Kaspersky-Chef wünscht sich Internet-Ausweise und Internet-Polizei

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Anonymität sei das größte Problem für die Sicherheit im Internet, meint Eugene Kaspersky, Chef des gleichnamigen russischen Antiviren-Herstellers. Internet-Ausweise und eine Internet-Polizei könnten das Problem seiner Meinung nach lösen.

Das Internet sei nicht für die Öffentlichkeit gemacht, erklärte Kaspersky in einem Interview mit ZDnet Asia. Eigentlich für eine kleine Benutzergruppe von einigen Hundert oder Tausend Wissenschaftlern und Militärs entworfen, habe man es ohne grundlegende Änderungen für die Allgemeinheit geöffnet  unddamit viele der heutigen Sicherheitsprobleme heraufbeschworen.

Online-Kriminalität und Sicherheitsprobleme ließen sich vielfach auf die Anonymität des Internets zurückführen. Er würde für das Internet ein anderes Design wählen, bei dem die Nutzer identifiziert werden könnten. Es gäbe Internet-Ausweise und eine Internet-Polizei – und eine internationale Übereinkunft, sich an die Regeln zu halten. Länder, die das nicht täten, würde man einfach vom Netz ausschließen.

Damit liegt Eugene Kaspersky durchaus auf einer Wellenlänge mit anderen Sicherheitsexperten. So hatte etwa Ethical Hacker Manu Carus im vergangenen Jahr im Interview mit PC Professionell gefordert, das Grundgerüst des Internets zu ändern. Das grundlegende Problem des Internets sei die Anonymität, also müsse man die Authentifizierung des Users zum Hauptbestandteil machen. »Wir benötigen eine Art fälschungssicheren Internet-Personalausweis, den jeder Internet-Nutzer vorzeigen muss, bevor er überhaupt einen Zutritt ins Netz erhält«, forderte Carus damals. (Daniel Dubsky)