IT- und Elektronik-Industrie wieder leicht im Aufwind

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Langsam aber sicher zeigen sich in den wichtigsten Hightechmärkten Zeichen der Besserung. Das melden die Analysten von Gartner und des IT-Verbandes Bitkom.

Auch, wenn es schon wieder leicht aufwärts gehe, die Reise könne in den nächsten Monaten noch ganz schön holprig werden, warnen die Marktforscher vor einer allzu euphorischen Haltung. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen seien unsicher, die Auswirkung von Staatshilfen, Giftpapieren, Dollarschwäche und erneuter Spekulationswut nicht wirklich absehbar.
Daher glaubt Gartner auch nicht daran, dass es in 2010 zu einer massiven Besserung der Geschäfte komme. Das hohe Level von 2007 werde bei den Halbleitern und Elektronikbauteilen wohl erst wieder 2012 erreicht.
“Fast aller Sektoren der elektronischen Industrie haben die Talsohle durchschritten und erleben teils schon erste leichte Wachstumsimpulse, sofern man die Zahlen mit dem Vorjahresquartal vergleicht”, führt Gartner-Manager  Klaus Rinnen aus. Insbesondere der PC-Markt habe sich im ab abgelaufenen Jahresviertel schon wieder ganz gut entwickelt. Das werde aber nicht reichen, um 2009 noch zu retten. In Deutschland können aber immerhin wohl 13,1 Millionen Rechner abgesetzt werden, ergänzt der Branchenverband Bitkom. Das wären immerhin rund 8 Prozent oder 900.000 Stück mehr als 2008, getrieben durch den unvermindert starken Notebook-Absatz. 8,7 Millionen mobile PC dürften es im laufenden Jahr sein, ein Plus von 12,5 Prozent zu 2008. Das Wachstum wurde vor allem durch die sinkenden Preise beflügelt. So liegt der Durchschnittspreis eines Notebooks in diesem Jahr nur noch bei etwa 550 Euro, 13 Prozent unter dem Niveau von 2008 und 30 Prozent billiger als 2007. Daraus resultiere laut Bitkom die düsteren Aussichten für das Geschäftsjahr, denn trotz hoher Stückzahlen gehe der Umsatz 4,8 Prozent zurück und erreiche noch 6,8 Milliarden Euro.

Bei den Mobiltelefonen wird erwartet, dass für das Gesamtjahr die Stückzahlen um 8 Prozent unter 2008 liegen werden. Das sind immerhin nicht mehr die Minus 12 Prozent, die noch im Mai vorhergesagt waren. Die Erholung sei den günstigen Einstiegshandys wie auch den teuren Smartphones zu verdanken.
Die Unterhaltungselektronik lag den Sommer über am Boden, wird aber nun im Herbst durch Flachbildfernseher, Blu-ray-Player und die Impulse von der Internationalen Funkausstellung gerettet. Bis zum zweiten Quartal 2010 könnte dieses Marktsegment wieder im alten Fahrwasser segeln und bis Anfang 2011 die alten Höhen zurückerobern. [rm]

Quelle: Bitkom

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