Frequenzversteigerung für Funk-Internet kann starten

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Der Beirat der Bundesnetzagentur hat sein Okay für die Versteigerung ehemaliger TV-Frequenzen gegeben, die im Rahmen der Digitalen Dividende für die Breitband-Anbindung ländlicher Regionen dienen sollen.

Es handelt sich um Frequenzen im Bereich zwischen 790 und 862 MHz, die durch die Umstellung auf Digital-TV frei wurden. Sie sollen Anfang 2010 versteigert werden, wofür der Beirat der Bundesnetzagentur nun grünes Licht gab. Damit rücke die Versorgung ländlicher Gebiete mit schnellen Internet-Zugängen einen großen Schritt näher, erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Es gelte nun, den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, damit im Februar die Versteigerung starte und Mitte 2010 die ersten weißen Flecken auf der Breitbandkarte verschwinden.

Allerdings ist die Auktion nicht unumstritten. Vor allem die kleinen Mobilfunkbetreiber E-Plus und O2 fühlen sich benachteiligt – sie fürchten, nicht zum Zuge zu kommen, weil die Frequenzblöcke wohl nicht für alle Mobilfunker reichen. E-Plus will gegen die Bundesnetzagentur klagen und auch O2 prüft rechtliche Schritte. Rückendeckung erhalten sie von der EU, die eine »eindeutige Diskrepanz« zu Lasten der beiden kleinen Anbieter sieht. EU-Kommissarin Reding schlägt eine Beschränkung der Bietrechte für T-Mobile und Vodafone vor oder dass die beiden großen Mobilfunker einen Teil ihrer Frequenzenabtreten.

Der Beirat der Bundesnetzagentur reagiert darauf mit Befremden; die Behörde solle die Bedenken zurückweisen. (Daniel Dubsky)