Britisches Kartellamt will T-Mobile/Orange-Fusion verhindern

MobileMobilfunk

Die britischen Mobilfunktöchter der deutschen und französischen Telekom wollten fusionieren, gaben sie im September bekannt. Zeichen, dass dies nichts wird, häufen sich.

Die britischen Regulierungsbehörden finden nicht gut, was T-Mobile und Orange vor hatten, um gemeinsam im britischen Breitband-Mobilfunk besser Fuß zu fassen. Eventuell würden sie den Deal stoppen, sagt die Zeitung The Guardian ohne Angabe von Quellen. Die guten Drähte der Guardian-Redaktion zu britischen Behörden sprechen aber dafür, dass der Bericht stimmt.

Auch die Marktanteile sprechen für ein Einschreiten der Kartellwächter: O2 beherrscht mit 27 Prozent den Löwenanteil des dortigen Marktes, Vodafone hat 25, Orange 22 Prozent. Zusammen mit T-Mobile käme die fusionierte Einheit aber auf 37 Prozent Marktanteil. Zu viel nach dem Geschmack der britischen Regierung.

Könnte das Kartellamt nichts ausrichten, haben die Konkurrenten der europäischen Insel noch einen Trumpf im Ärmel: Die Handelsaufsicht erarbeitet zusammen mit britischen Telekomfirmen einen Plan, um das Spektrum von Frequenzen zu minimieren, das jeder Betreiber nutzen kann, berichtet das Blatt. Die fusionierte Firma gälte dann wie ein einziges Unternehmen, nicht wie zwei bisher, bekäme also weniger »Breitbandmacht«.

Dazu müsse man zwar die EU fragen, denn Orange und T-Mobile gehörten schließlich Franzosen und Deutschen. Das As im Ärmel könne also nicht unbedingt zum Schutz der britischen Anbieter ausgespielt werden.

T-Mobile hat es derzeit nicht so leicht – auch in den USA wird das Vorpreschen der Deutschen gebremst, denn dort ist T-Mobile bald nicht mehr der einzige Android-Anbieter und muss sich auch anderer Konkurrenten erwehren. (Manfred Kohlen)

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