Stimmungsbild: IT&Business Messe Stuttgart Oktober 2009

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Die großen IT-Messen sterben, die neuen kleinen müssen sich erst noch beweisen. Andreas Barthel hat einen gemischten Eindruck von der IT&Business.

Spätestens seit dem Niedergang der Systems und der angeschlagenen CEBIT, dürfte den Messeveranstaltern klar sein, dass neue erfolgversprechende Konzepte gefordert sind. Die Stuttgarter IT&Business versucht es mit einem Konzept, das sich auf den mittelständischen Kunden fokussiert hat.

Die recht leeren Stände am 7.10.09 ließen durchaus den Verdacht aufkommen, dass man unterlassen hatte, die Zielkunden anzusprechen.

Doch bei näherem Hinsehen konnte man doch Unterschiede feststellen. Einige Messestände waren durchaus gut besucht und das Standpersonal hatte viel zu tun. Auf anderen Ständen unterhielten sich gelangweilt die Vertriebler untereinander – man mochte diese wichtigen Gespräche wirklich nicht stören. Ausbildung tut hier noch not.

Dies lässt erst einmal den Schluss zu: Messen lohnen sich nur für diejenigen, die sie gut vorbereiten.

Hat aber die IT&Business eine Überlebenschance?

Letztlich werden die Aussteller diese Frage beantworten. Aber ersetzten nicht das Internet und Fachforen wie z.B. die ERP-Expo sowie und Verlagsforen und Plattformen die Messen an sich?

Ein klares JEIN erscheint als die richtige Antwort, denn die klareKommunikation kommt im Internet zu kurz.

Der XING-Gründer Lars Hinrichs sagte einmal, dass er nie damit gerechnet hätte, dass über XING so viele reale Treffen organisiert werden, wie es tagtäglich der Fall ist.

Wenn man diese Treffen näher betrachtet, kommt man zum Ergebnis, dass es sich um »Special Interest«-Gruppen handelt und nicht um eine Massenbewegung. Also liegt die Aufgabe der Messeveranstalter darin, viele solche Special Interest«-Gruppen auf einen Termin  zu vereinen- Abner » Äh « –ist das nicht die CeBIT?

Die parallel zur IT&Business stattfindende Veranstaltung zum Thema PPS hatte subjektiv betrachtet mehr Besucher als die Messe. Ob sich die Fachbesucher auch auf die Messe verirrten – nach den Workshops – ist fraglich.

Der Aspekt der erfolgreichen Ansprache des potentiellen Zielkunden der Messeveranstaltung erscheint unter diesen Gesichtspunkt unterentwickelt zu sein.

Die Werbebranche hat schon lange erkannt, dass die personalisierte Ansprache der Zielkunden den größten Erfolg zeitigt. Diese Aufgabe ist nur im Schulterschluss zwischen Veranstalter und Aussteller zu heben.

Ansonsten bleibt es dabei, dass nur der Aussteller zufrieden nach Hause geht, der seine vertrieblichen Hausaufgaben gemacht hat – und das sagt noch nichts darüber aus, ob sich die Messe tatsächlich finanziell gelohnt hat.