G20-Protest per Twitter: Für unter 140 Zeichen ins Gefängnis

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Zwei Anti-G20-Aktivisten warnten Demonstranten vor Polizeibewegungen, da sie twitterten, was sie heimlich im Funk abgehört hatten: wo die Polizei die Demonstranten angreifen wollte und wie man die Sicherheitskräfte umgehen könnte. Ergebnis: Harte Gefängnisstrafen .

Die zwei Festgenommenen in Pittsburgh waren nicht die üblichen Protestanten:  Elliot M. Madison und Michael Wallschlaeger wurden in einem Hotelzimmer aufgegriffen, das mit Computern und Material zum »Absaugen« und Weiterposten des Polizeifunks gefüllt war – Mobiltelefone, MP3-Player und 11 Gasmasken wurden dort gefunden, 5 Paar Handschellen, acht Gesichtsmasken und zahlreiche Waffen wie etwa eine Steinschleuder. 

Außerdem vier Ellbogenschützer und – ach ja, Bilder von Vladminir Lenin und Karl Marx, die Schreckgespenster vieler konservativer US-Bürger.

Das FBI stürmte die Räume, holte sich die Geräte und die »anarchistischen Bilder« (und angebliche Anarchistenliteratur). Der Gefangene Madison ist kein Unbekannter für die Behörden. Er führt ein Rechtsschutz-Kollektiv für Menschen die wegen Protesten festgenommen wurden.

Das G20-Meeting der großen Wirtschaftsmächte in Pittsburgh wurde von ungefähr 5.000 Gegnern besucht, 190 davon wurden festgenommen. Die Polizei wurde wegen ihres harten Vorgehens gegen di Demonstranten und wegen des Einsatzes von Tränengas und Elektroschock-Waffen kritisiert. (Manfred Kohlen)

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