Amazons mobiler Bezahl-Service frei für Drittanbieter

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Amazon will offenbar zur Bank werden: Der »Mobile Payment Service« des Onlineshopping-Riesen kann durch eine neue API in Websites und Anwendungen integriert werden. Die Konten für den Bezahldienst liegen bei Amazon.

Der neue Amazon-Bezahldienst für Mobiltelefone »MPS« (Mobile Payment Service) kann über Programmierschnittstellen als Payment-Funktion in Shops und Websites integriert werden, ganz ähnlich wie eBays Bezahldienst Paypal, aber eben mobil . Er soll auch den »1-Click«-Shoppingdienst von Amazon einbinden. Auf diese Weise möchte Amazon noch mehr Händler gewinnen, die in seinen Shop integriert werden können –  und greift damit eBay frontal an.

Wenn die Schaltfläche »Mit Amazon bezahlen« geklickt wird, erkennt der Dienst automatisch, ob er per Mobilservice oder per Desktop aufgerufen wird und erlaubt die Auswahl eines der bei Amazon hinterlegten Konten. Amazon möchte nach eigenen Worten besonders Anbieter von Mobildiensten ansprechen.

Anders als der mobile iPhone-Dienst der Postbank, der gestern angekündigt wurde, ist Amazons Service nur für Internet-Shopping gedacht; eine Barauszahlung wie beim Postbank-Partner Shell ist per Handy nicht möglich.

Auch Nokia mischt im mobilen Payment mit: Im August kündigte der finnische Hersteller »Nokia Money« an, das Überweisungen per Angabe einer Mobilfunknummer erlaubt. Dieser Dienst soll erst 2010 erhältlich sein und schrittweise eingeführt werden. Er richtet sich vor allem an Shops im realen Leben.

Das mobile Bezahlen wird schon seit langem ausgetestet, mal als NFC (Near Field Communication, mal als einfache Nummerneingabe wie bei Nokia, mal als Service über einen Onlinedienst wie bei Amazon.  Doch das Handy als virtuelle Geldbörse wird sich erst noch durchsetzen müssen – zu groß sind noch die Sicherheitsbedenken. (Manfred Kohlen)

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