ICANN alles beim Alten lassen

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Eigentlich wäre es an der Zeit gewesen, die quasi im Privatbesitz der US-Regierung befindliche Straßenverkehrsbehörde des Internet mit mehr internationaler Mitsprache auszustatten. Doch der neue Vertrag belässt es wohl eher bei Kosmetik.

Mit dem turnusmäßigen Auslaufen des Vertrags zwischen dem 1998 zur Kontrolle des Internet gegründeten Unternehmen ICANN und der US-Regierung hatten sich Hoffnungen verknüpft, dass zukünftig auch Regierungen anderer Länder, insbesondere aus der EU, ein stärkeres Wörtchen würden mitreden dürfen. Das hat sich mit dem seit 1. Oktober geltenden neuen Vertrag allerdings nicht bewahrheitet, wie etwa Spiegel online nun feststellt.

Zwar sollen jetzt tatsächlich vier internationale, alle drei Jahre tagende Kontrollgremien für jeweils definierte Arbeitsgebiete installiert werden, vor denen ICANN dann »Rechenschaft ablegt«, so der Vertragstext – aber wirklich etwas zu sagen werden sie wohl nicht haben, meint der Spiegel -Kommentator. Echte Kontrolle sähe wohl anders aus. Denn letztlich »gehört« ICANN immer noch dem US-Handelsministerium. Ebenso wie übrigens die Unterorganisation IANA, welche tatsächlich, zusammen mit der Firma Verisign, den gesamten Datenverkehr kontrolliert.