Kritik am Browser-Auswahlmenü von Windows 7

BrowserPolitikSoftwareWorkspace

Eigentlich schien der Browser-Streit mit der EU für Microsoft ausgestanden, wollte man Windows 7 doch ein Auswahlmenü verpassen, über das sich andere Browser installieren lassen. Doch das gefällt dem European Committee for Interoperable Systems (ECIS) nicht.

Im Sommer hatte die EU-Kommission Fragebögen an Browser- und Computer-Hersteller verschickt, um deren Meinung zum Microsoft-Vorschlag zu ergründen, in Windows 7 ein Browser-Auswahlmenü einzuführen. Das sei verwirrend und für Computer-Nutzer eine Hürde, befand nun das European Committee for Interoperable Systems (ECIS), das sich im April der Wettbewerbsbeschwerde angeschlossen hatte und dem mit Adobe, IBM, Nokia, Oracle und Sun einige Branchengrößen angehören.

Um einen anderen Browser als den Internet Explorer zu installieren, müsse sich der Nutzer durch veriwrrende und bedrohliche Warnungen und Fragen klicken, erklärte ECIS-Anwalt Thomas Vinje dem Wall Street Journal. Sein Fazit: Microsoft habe einen cleveren Weg gefunden, den Wünschen der EU nach einer Browser-Auswahl zu entsprechen, der völlig ineffektiv sei.

Bereits kurz nachdem Microsoft seinen Vorschlag unterbreitete, hatte sich schon die Mozilla-Führung kritisch gegenüber dem Auswahlmenü geäußert. Sie sah den Internet Explorer weiter im Vorteil, da alle anderen Browser erst heruntergeladen werden müssten, Untersuchungen aber zeigten,dass Software, die erst heruntergeladen werden muss, oft nicht installiert wird. (Daniel Dubsky)