Iridium greift wieder nach den Sternen

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Mit großen, teuren und schweren Satellitentelefonen ist die Motorola-Tochter einst Pleite gegangen. Neun Jahre später will das Unternehmen an die Börse.

Das Bessere ist der Feind des Guten: Es geschah um das Jahr 2000, da wurde der Betreiber eines über Satelliten gespeisten weltumspannenden Telefonnetzes von der anspruchsloseren aber billigeren Handy-Technologie überrollt. Die koffergroßen Iridium-Telefone sollten einen Massenmarkt erobern, aber bereits ein Jahr nach dem Start war das Unternehmen pleite. 72 Satelliten aus der Konkursmasse fanden neue Freunde, die wiederum Freunde bei der US-Army hatten. Aber auch der Schiffsverkehr zählt bis heute zu den treuen Kunden. So blieb Iridium, unbemerkt von der Öffentlichkeit, all die Jahre am Leben.

Dieser Tage fand sich sogar ein neuer Investor. Und der bringt das Unternehmen nun an die Börse. Denn zwischenzeitlich hat sich eine stabile Marktnische für die im übrigen leichter und preiswerter gewordenen Satellitentelefone etabliert. So soll in den kommenden Jahren sogar eine neue Generation von Satelliten ins All geschickt werden, für immerhin für 2,7 Milliarden Dollar. Iridium Next, so der Name, soll nach den Planungen bis zum Jahr 2014 in Betrieb gehen.

Wer auf hoher See oder in der Wildnis »kein Netz« hat, wäre demnach, sofern er einen zahlungskräftigen und hinreichend interessierten Brötchengeber hat, über Iridium erreichbar. Breitband soll künftig auch Wetterberichte und Navigation integrieren.
Quelle: FTD