Dell will Dienstleister werden

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Der angeblich so erfolgreiche Computer-Direktversender will nicht länger vornehmlich als Schrauberbude und Kistenschieber agieren. Dienstleistung heißt das – nicht ganz neue – Zauberwort. Die Kompetenz hierfür wird – nach in der Branche bewährtem Muster – einfach eingekauft.

Anscheinend ist auf dem Highway to Dell derzeit nicht gerade der Teufel los – Investitionsstau und Kaufzurückhaltung verhageln dem zweitgrößten Computerbauern der Welt in diesem Jahr die Ernte bzw. Rendite. Ein Fünftel weniger Umsatz und Gewinn hauen arge Schlaglöcher in die Bilanzen. Zeit, dass sich was dreht.

Nun hat – nach vor Jahren schon IBM, HP, FSC etc. – also auch Michael Dell, nicht gerade schnell, aber immerhin dem Zug der Zeit gerade noch hinterherspringend, das Servicegeschäft für sich entdeckt. Und für 3,9 Milliarden Dollar den IT-Dienstleister Perot Systems eingesackt. Wenn schon die verkauften Rechner nichts abwerfen, dann sollten doch wenigstens Service und Support für die bekanntlich dummen Kisten für zusätzliche Tantiemen gut sein.

Perot Systems ist die Firma des – man erinnert sich schwach – einst erfolglos angetretenen US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. Als Unternehmer ist Mr. Perot mit 2,8 Miliarden Dollar Umsatz im Jahr 2008 alles andere als erfolglos. Die Börse jubelt, die Behörden müssen Dells Deal mit dem toughen Texaner indes noch zustimmen. Doch wer kann in solchen Zeiten schon dagegen sein? Zumal der jetzige Perot-Chef, ein gewisser Peter Altabef seinen Job behalten darf.

Siehe auch: PCPro