Inside Intel: Gelsinger geht

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Ein selbsternannter Kronprinz gibt auf und sucht das Weite: Nach dem Umbau an der Konzernspitze  des weltgrößten Prozessorproduzenten geht Intels Technologie-Chef Patrick Gelsinger entnervt zu EMC.

Gelsinger, der sich durchaus keine Mühe gemacht hatte, seine Ambitionen auf den Chefsessel von Paul Ottelini zu verbergen, wirft nach 30 Jahren als furioser Senkrechtstarter und einst in extrem jungen Jahren ernannter Vice President das Handtuch. Die von Gelsinger geführte Digital Enterprise Group wurde von Ottelini einfach abgeschafft. Beim Speicherspezialisten EMC will der 48-Jährige nun erreichen, was ihm bei Intel verwehrt geblieben ist: den gegenwärtigen Boss Joseph Tucci zu beerben.
Der bisherige Vertriebs- und Marketingchef Sean Maloney gilt ab sofort als aussichtsreichster Nachfolger für Otellini, wie Beobachter glauben. Maloney soll zusammen mit Dadi Perlmutter, bislang Chefentwickler der Notebook-Prozessoren, die neu geschaffene Intel Architecture Group (IAG) leiten, in der sechs Geschäftseinheiten gebündelt werden. Im Zusammenhang hiermit wurde eine Reihe weiterer Personal-Rochaden vorgenommen. Letztlich sucht der mit Prozessoren groß und mächtig gewordene Fast-Monopolist seine längst als gefährlich erkannte Abhängigkeit vom Chips-Geschäft zu verringern und den wachsenden Markt mobiler Geräte für sich zu erobern, so die Meinung vieler Analysten.