Stimmung in der IT-Branche wird besser

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Die Krise scheint überstanden: die meisten IT-Unternehmen rechnen mit einem Anziehen der Nachfrage und steigenden Umsätzen, viele sogar noch in diesem Jahr. Probleme bereiten nur die Banken, die bei der Kreditvergabe zögern.

»Die Stimmung in der Hightech-Branche hellt sich spürbar auf«, erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer, nachdem bei einer Umfrage des Branchenverbandes unter 301 Unternehmen die meisten positiv in die Zukunft blickten. Sie rechnen mit einem deutlichen Anziehen der Nachfrage – 72 Prozent im nächsten, immerhin 17 Prozent sogar schon in diesem Jahr. Nur neun Prozent erwarten, dass der Nachfrageschub erst 2011 kommt; Ende Juni waren es noch mehr als doppelt so viel. »Die Gruppe der Trendpessimisten hat sich innerhalb von drei Monaten halbiert«, so Scheers Fazit.

Immerhin 40 Prozent der Unternehmen rechnen für 2009 mit steigenden Umsätzen. Dennoch ist bei vielen Unternehmen die Finanzierungssituation angespannt. 35 Prozent berichten, dass Banken Kredite restriktiver vergeben oder die Refinanzierung auf den Kapitalmärkten schwieriger ist. »Die Banken ziehen die Daumenschrauben an«, sagte Scheer. »Eine flächendeckende Kreditklemme gibt es aktuell aber noch nicht.« Die zu vermeiden soll unter anderem der mit dem Konjunkturpakets II aufgelegte Deutschlandfonds helfen. Es bleibe aber abzuwarten, ob damit eine Kreditklemme tatsächlich abgewendet werden kann, so Scheer.

Er appelliert an die Banken auf, Hightech-Firmen besser mit Krediten zu versorgen, und beklagt die schlechte Zahlungsmoral insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern. »Die Politik entwickelt einerseits ein Konjunkturprogramm, das Milliarden in den öffentlichen Bereich pumpt und andererseits werden die Rechnungen nicht bezahlt. Eine solche Praxis von Behörden und Verwaltungen konterkariert das Konjunkturprogramm und muss umgehend abgestellt werden«, fordert Schaar. (Daniel Dubsky)