EU-Kommission kritisiert europäische Online-Shops

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Die EU-Kommission hat den europäischen Online-Shops ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Mehrere Hundert nahm man unter die Lupe – über die Hälfte verstieß gegen Verbraucherschutzregelungen.

Insgesamt prüfte man 369 Shops aus den 26 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island, darunter 200 der bekanntesten Anbieter von Unterhaltungselektronik und 100 Shops, die aufgrund von Verbraucherbeschwerden ausgewählt wurden. Man achtete vor allem auf vollständige Kontaktdaten der Händler, ausführliche Produkbeschreibungen und korrekte Angabe des Preises mit Versandkosten und Zahlungsmodalitäten sowie Informationen über Verbraucherrechte, etwa zu Rückgaben und Kaufpreiserstattungen.

Bei 55 Prozent der Websites stellte man Regelverstöße fest. So sparten sich 66 Prozent Informationen zu den Verbraucherrechten oder machten falsche Angaben dazu. Auf 55 Prozent der Websites fanden sich irreführende Preisangaben: so konnte man die Versandkosten teilweise nur mit Mühe finden oder Zusatzkosten wurden erst zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Rechnungsbetrags dem Produktpreis hinzugeschlagen. In anderen Fällen wurden sogar Versandkosten berechnet, obwohl eine kostenlose Lieferung zugesichert wurde. In 33 Prozent der Shops fehlten Angaben zum Händler, etwa Name, Anschrift oder Mail-Adresse, so dass es unmöglich ist, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

»Nach unseren Feststellungen ziehen … mehr als die Hälfte der Online-Händler für Verbraucherelektronik die Konsumenten regelrecht über den Tisch. Da es sich dabei um ein europaweites Phänomen handelt, bedarf es einer gesamteuropäischen Lösung«, sagte EU-Kommissarin Meglena Kuneva. Die nationalen Behörden werden die betroffenen Händler nun auffordern, ihre Online-Shops nachzubessern. Sollten sie weiter gegen geltende Bestimmungen verstoßen, werde man rechtliche Schritte einleiten. (Daniel Dubsky)