Studie: Nordeuropa bei IT stärker als USA und Asien

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Vergesst die USA als Vorbild: In der weltweiten IBM-Studie zur »e-readiness« der Volkswirtschaften liegen Dänemark, Schweden und die Niederlande vorne. Die großteils technikfeindlichen Deutschen aber sind abgeschlagen auf Rang 17.

In der aktuellen e-readiness-Studie der IBM »werden die Fähigkeiten der weltweit 70 wichtigsten Volkswirtschaften beurteilt, Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) einzusetzen«, klopft sich IBM selbst auf die Schulter für seine Forschungsarbeit. In die Rankings ist nicht nur der politische Wille eingeflossen, sondern auch dessen Umsetzung – und vor allem die tatsächliche Techniknutzung sowie die Investitionen der Regierungen in ITK.

Letzteres ist sicher auch der Grund, warum die Deutschen so weit abgeschlagen in der Liste stehen: Ausgaben wie eine Abwrackprämie für Autos fördern eher den Vertrieb (nicht einmal die Herstellung) »alter« Techniken als die IT-Zukunftstechnologien. Andere Länder, in denen auch deutsch gesprochen wird, sind da schon weiter: Österreich liegt auf Platz 14, die Schweiz auf Platz 12.

ITK-Studie IBM

Die ehemaligen Spitzenreiter USA und Hongkong sind auf die Ränge fünf und acht abgerutscht, während Dänemark, Schweden, die Niederlande und Norwegen ganz vorne liegen. Die IBM-Deutschland-Pressestelle jammert auf hohem Niveau: »Deutschland jedoch konnte sich nicht an der nordeuropäischen Aufholjagd beteiligen und fiel im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze auf Rang 17 zurück«.

Zwar zähle Deutschland zusammen mit Schweden und asiatischen Ländern zu den führenden Nationen beim Thema Innovation, doch bei der Umsetzung in Produkte hapert es hier bekanntermaßen oft. Interessant: Bei »e-business« hat Deutschland Platz 1, denn der Einsatz des Internets für die Bearbeitung von Geschäftsprozessen ist hierzulande (trotz manchmal panischer Sicherheitsbedenken) besonders ausgeprägt. Selbst bei Breitband-Anschlüssen und Internet-Anwendern liegt Deutschland mit Rang elf noch vor den USA und Hongkong (Anmerkung der Redaktion: wohl, weil es prozentual auf die Bevölkerung umgerechnet wird, nicht aber auf die Fläche wie der Telekomverbund VATM moniert).

Der öffentliche Bereich nimmt hierzulande nur Rang 29 ein: E-Government und »E-Partizipation« wird nicht ausreichend gefördert. Wenn die Angebote da wären, seien die Deutschen aber sehr aufgeschlossen dafür.

Die IBM-Volkswirtschaftler, die diese weltweite Studie von Irland aus zusammenfassten und Deutschland schimpften (»Decline in Germany’s overall score was largely due to weakGovernment policy and consumer & business adoption«), arbeiten übrigens »nur« in Land Nummer 18: Irland liegt in der Gesamtliste noch hinter den Deutschen. µ

L’Inqs:
Studie als Download
Deutsche Einzel-Ergebnisse
IBM-Presse über die eigene Studie

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