Infineon kürzt Manager-Pensionen

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Infineon-Aufsichtsratschef Max-Dietrich Kley und Vorstandschef Peter Bauer gehen in die Annalen der deutschen Unternehmensgeschichte ein: sie sind die ersten Ausichträte, die nach neuem Gesetz die manchmal horrenden Ex-Manager-Pensionen kürzen.

Der frühere Infineon-Vorstandschef  Wolfgang Ziebart muss wohl um ein paar Millionen bangen, berichtet die Financial Times Deutschland. Zuvor schon hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, der Vorstand wolle zahlreiche Pensionszusagen in einer Sondersitzung überprüfen.

Ziebarts Nachfolger sind wohl die ersten Manager in Deutschland, die vom  neuen »Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung « ( VorstAG) Gebrauch machen. Das (vor allem unter Managern) umstrittene Gesetz hatte eine Änderung des Aktiengesetzes zur Folge: In Paragraph 87 ist es nun erstmals erlaubt, die bisher üppigen Pensionszusagen oder »Ruhegelder« von Ex-Vorständen bis zu drei Jahre nach deren Ausscheiden zu kürzen, aber nur, sofern sich das Unternehmen in einer schlechten finanziellen Lage befindet.

Ziebarts Ruhegeld von ursprünglich vereinbarten 560.000 Euro im ersten Jahr wird schon mal als Testballon für weitere Streichungen um ein Viertel gekürzt. Und eine Prämie in Millionenhöhe werde ebenfalls gekürzt – genaue Angaben sind hier noch nicht bekannt. Bei den Alterspensionen des Ex-Managers werde es aber wohl um ein paar Milliönchen gehen, vermuten  Mitarbeiter.

Das Unternehmen sei in den vergangenen Jahren durch Preisverfall im Halbleitermarkt und durch Managementfehler in gefährliche Schieflage geraten, musste einige Mitarbeiter an die Luft setzen und fiel aus dem Aktienindex DAX.

Die gekürzten Manager-Gelder  dürften nun so einige Experten-Arbeitsplätze finanzieren. Kley ist sicher, er werde in den nächsten zwei bis drei Monaten einige Nachahmer in der Industrie finden.  Zu vermuten ist jedoch, dass er dies nicht wegen des üblichen Kollateralschadens bei  den Jobs sagt, sondern weil er künftig selbst  um seine Gelder bangen  müsste: Das neue Gesetz schreibt seit 10. Juli vor, dass Manager künftig selber für Schäden aufkommen müssen. Und die gilt es im Vorfeld zu vermeiden.

Nach Verbreiten dieser Meldung (und der Mitteilung, man habe mit Mobilfunkchips für Apple und Nokia wieder richtig Geld gemacht) schoss der Infineon-Aktienkurs am Freitag kurz massiv in die Höhe. µ

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