Tausendreporter.de macht dicht

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Ist »user generated content« nicht zu Geld zu machen? Die Verlagsgruppe Gruner + Jahr bzw. der Stern hat gestern beschlossen, das Nachrichten- und Newsportal Tausendreporter.de zu schließen. Wer die Domain eingibt, wird bereits auf stern.de umgeleitet.

»Reporter« Thomas Schulze, der auch das Karriereportal spirofrog.de betreibt und hin und wieder Meldungen auf dem G&J-News-Portal platzierte (die werblichen wurden meist abgelehnt),  erhielt gestern eine E-Mail, in der Stern schrieb: »Sie sind seit einiger Zeit aktiver Tausendreporter, und daher möchten wir Sie heute über eine wichtige Änderung informieren: Wir werden, wenn auch mit schwerem Herzen, das Newsportal Tausendreporter schließen.«

Schulze meint zwar, das sei schade, aber fügt noch nonchalant in seinem Blog an: »Tja, nur mit Werbung kann man halt doch kein GELD verdienen! Erst recht nicht in dieser angespannten Wirtschaftslage«. Schulze ist nicht unbedingt recht zu geben, denn andere beweisen, dass werbefinanzierte Webs und sogar Software (etwa das Admin-Tool Spiceworks«) funktionieren – sie sprechen allerdings genau definierte Lesergruppen an statt die schlecht zu greifende Masse, und die zu monetarisieren fällt in der Tat schwer. Werbeagenturen, die sich vor allem mit Massenthemen beschäftigten, fielen tatsächlich der Krise zum Opfer.

Die üblichen Texte solcher Abschiedsmails bedanken sich »herzlich« bei den Reportern. Die Nutzer jedoch will man nicht loswerden und hat deswegen den Service irgendwie in stern.de integriert – die Zugangsdaten bleiben für Kommentare und Blogs erhalten, versichert man den Usern. (Manfred Kohlen)

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