Anarchisten hacken Dating-Site für Fundamental-Christen

Allgemein

Eine Gruppe von Hackern namens 4chan ist absolut respektlos, bei allem was sie tut. Ihre neueste Schandtat ist der Hack einer Kontaktbörse für Christen – und die Verwendung der Daten für »Ungehöriges «.

Die Fundamentalchristen, ob Abtreibungsgegner, moderne Kreuzritter (hallo George W.!) oder andere konservative Spezies, haben in modernen Zeiten das Problem »Keiner versteht mich« und versuchen daher, ihren Lebenspartner in speziellen religiösen Online-Dating-Gruppen zu finden. Doch selbst da werden sie inzwischen durch Eindringlinge in die harte Realität (hundert Jahre weiter) katapultiert.

Die umtriebigen Freibeuter der IT-Industrie haben offenbar die fundamentalen Jesus-Jünger als willkommenes Opfer entdeckt. Sie brachen in die (besser hier nicht genannte) Dating-Site ein und holten sich Daten der Benutzer – um diese in deren Facebook-Accounts zu diffamieren.

So bekam eine Frau aus dem Christen-Web ihr Gesicht auf einen nackten Körper fotomontiert – und das Ergebnis  wurde so als Facebook-Foto online gestellt. Eine andere Christin, die zuvor im Dating-Service geprahlt hatte, dass sie ihre Jungfräulichkeit behalte, bis sie dieses alte Ritual mit Papier zur Absicherung des Eigentums (das heißt wohl Eheschließung) bestanden habe, veröffentlichte scheinbar plötzlich einen Text, wie toll der Sex mit “Michael” letzte Nacht gewesen sei. Andere Veröffentlichungen enthielten rassistische Hasstiraden, Selbstmordnachrichten und diverse böse Fotomontagen mit »Freundesnachrichten«, wie hässlich doch das Baby/die Freundin sei.

Die unverfrorenen Hacker der Site haben offenbar bereits zuvor ihren Schabernack mit anderen US-Amerikanern getrieben. Die Gruppe 4chan hat auch den Mail-Account der republikanischen Senatorin Sarah Palin geknackt und viel Privates der Gouverneurin von Alaska preisgegeben. Der Verdacht, es handle sich beim Digital-Anarchisten um den Sohn eines Politikers der Demokraten stellte sich als falsch heraus.

Einige ihrer Schandtaten sind auch Falschnachrichten über angebliche Todesfälle von Prominenten. Die Hoaxes dieser Hacker-Komödianten verbreiteten sich wie Lauffeuer. Teilweise wurden sie sogar von US-Journalisten ernstgenommen und veröffentlicht. Die gleichnamige Website für Intenernetgerüchte (4chan.org) will nichts mit den Hackern zu tun haben – obwohl da Niveau offenbar auf dem gleichen Tiefpunkt liegt.

Ein Blog namens TheCoffeedesk hatte Beispiele für das böse »Christen-Derblecken« online gestellt – und musste seinerseits wieder wegen Verbreitung dieser Rufschädigung vom Netz genommen werden.

Atheisten gegen die Fundamentalisten: Es gibt kaum Schlimmeres als den Kampf von zwei Religionen gegeneinander. µ

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L’Inqs:
Inquirer UK über den Fundamental-Hack
Blog »Coffeedesk« veröffentlichte Bilder von den 4chan-Umtrieben (evtl. bald wieder online ohne diese Daten)
Palin-Mail-Hack der gleichen Hacker

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