Biergläser und Pupse retten aus der Wirtschaftskrise

Allgemein

iPhone-Apps mit einem Pupsgeräusch  fürs Handy (»iFart«) oder animierte Biergläser (»iBeer«) sind den Nutzern mehr Geld wert als sorgfältig recherchierte Wirtschaftsnachrichten.

Viele wichtige Inhalte bekommt man umsonst im Internet – selbst die mit viel Aufwand erstellten. Nach solchen Meldungen wie denen von kostenpflichtigen Pups-Geräuschen, die dann auch noch gekauft werden, stecken Investoren ihr Geld vermutlich mehr und mehr in solch professionalisierten Schwachsinn.

Durch das Web um ihren Umsatz gebrachte Verleger beschweren sich bei Google, Nachrichtenagenturen wollen bei Wikipedia Geld für verlinkte Arbeit einfordern- und Billig-Anbieter verdienen mit ihren (körper)eigenen Inhalten Geld. Was für eine ungerechte Welt – oder wie schon oft erfahren: »Je blöder desto Kauf«.

So suchen nun die Verleger händeringend nach neuen Business-Modellen. Die Axel Springer AG beispielsweise will mit einer iPhone-Applikation zur Bundesliga ein wenig Geld erwirtschaften, T-Mobile will für Live-Bilder von Fußballspielen Gebühren verlangen.

Und Henning Röper vom Beratungsunternehmen Solon in München erklärte gegenüber der dpa, die Verleger müssten doch nur ihre »publizistischen Stärken ausspielen«. Aber: »Es dürfte schwierig werden, den Verbraucher für Applikationen zahlen zu lassen, die ihm nur den bequemeren mobilen Zugang zu im Internet frei verfügbarem Content ermöglichen«.

Sehen wir es mal so: Nicht alle Nutzer kommen mit dem Internet klar und zahlen deshalb sogar für Pupse  – dabei bekommt man solche Geräusche auch kostenfrei im Internet. µ

L’Inqs:
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