Will AP Geld für Verlinkungen von Wikipedia?

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Die Presse-Agentur Associated Press nimmt offenbar Wikipedia als Konkurrenten wahr. Auch Google, Twitter und andere Webs bedrohten im Grunde  APs Existenz.

AP fürchtet Schlimmes, denn auch wenn nur jemand das Original verlinke, handle es sich schon um so etwas wie eine Enteignung des Inhaltes. Das erklärte AP-Chef  Tim Curley schon im Juli der New York Times. Inzwischen hat Associated Press (AP) dem Online-Lexikon Wikipedia den Fehdehandschuh hingeworfen, denn dessen Überschriften und Links würden anderen die Erträge des hart erarbeiteten Inhalts zufließen lassen.

In einem Papier für seine Kunden spricht die Agentur, die den gebeutelten US-Zeitungsverlagen gehört, von einer »Twitter-zu-Google-zu-Wikipedia-Routine«, in der Google die News aggregiere (immerhin zahlt Google an AP), die Nutzer Meldungen über die sozialen Netze weiterverbreiten, und sich dann keiner mehr für das von AP-Reportern recherchierte Original interessiere.

So geschehen sei es mit der Meldung zum Tod Michael Jacksons, die sich erst über soziale Netze verbreitete und am Ende bei Wikipedia erschien. Und Suchmaschinen leiten den Surfer nicht auf den Ursprung, sondern vor allem auf den Wikipedia-Eintrag dazu – und das passt AP nicht. Ob man hier (wie schon von Google) Geld erstreiten wird, steht noch nicht fest.

AP wolle nun ein digitales Rechte-Management einführen, das in Daten-Containern Informationen darüber enthalte, wer der Urheber sei und welche Weiterverwertung überhaupt geduldet sei, schreibt der Spiegel. Zudem sollen die verwendeten Nachrichten ständig mit der Agentur verbunden sein, um zu verfolgen, was aus dem Original werde.

Ob dieser Plan auch nuir ansatzweise realistisch ist, wird sich noch zeigen müssen. Mit einer ersten Version wolle man aber im November 2009 starten und ein härteres System Mitte 2010 einführen. (Manfred Kohlen)

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