Springer-Chef sieht iPhone als Geldbringer

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»Mathias Döpfner will das iPhone zur Cash-Cow machen«, meldet Florian Treiß auf der Medienbeobachter-Website Turi2.

Springer-Chef Mathias Döpfner ist wie viele Verleger von der Kostenlos-Kultur im Internet enttäuscht, denn schließlich muss er viele Journalisten bezahlen, die den Inhalt produzieren. Und bekommt nix dafür: Die Nutzer bekämen im Web alles kostenfrei.

Laut Turi2-Autor Treiß sieht Döpfner das Apple iPhone »als Melkkuh« – dieser hatte kurz zuvor in einem Interview mit der FAZ gesagt, man werde auf Dauer sämtliche Inhalte auf Smartphones gegen Gebühr anbieten.

Das Handy sei »am ehesten die Zeitung der Zukunft«, weil die Nutzer schon wüssten, dass sie für eine SMS zahlen müssten. Für seine Lokalblätter plane er »Freemium«-Dienste. Das beißt: Die allgemeinen Services sind kostenlos, spezielle lokale Contents kosten Geld.

Im Herbst wolle er mit kostenpflichtigen Bild- und Welt-Apps starten. Wir wünschen Herrn Döpfner viel Glück – die Konkurrenz im Internet durch billigen »user generated content« ist so hoch, dass Themen bei der Konkurrenz zu haben sein werden – und keiner mehr zu Springer kommt.

Kostenlos bietet es die Konkurrenz, versteht sich – um Leser überhaupt noch zu binden. Die Finanzierungsmodelle müssen sich also künftig enorm wandeln, die Verleger wissen nur noch niht, wie. Die evangelische Presseagentur hat den Effekt des verlegerischen Kostensparens einmal als »user ignored content« bezeichnet – denn wo niemand investiert, kommt auf lange Sicht kein garantierter und vernünftiger Inhalt heraus – und damit keine Leser. µ

L’Inqs:
Turi2 über Döpfners Träume
FAZ-Interiew mit dem Springer-Chef

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