Win7 als Rechnermarkt-Infusion? Fällt aus!

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Nix da mit PC-Upgrades durch Windows 7, wie es Microsofts PR nahelegt. Nein, Uralt-Rechner sind sehr wohl in der Lage, mit Windows 7 klarzukommen!

Windows 7 macht technischen und finanziellen Sinn, sagt Kollege Eric Lai von der Computerworld. Er habe das System auf einem sieben Jahre alten PC installiert und es laufe prächtig.

Um in Unternehmen nicht schon wieder den ganzen Rechner-Fuhrpark zu erneuern und die Geldhaie von ihren Linux-Plänen abzubringen – denn das war die bevorzugte Art, Uralt-Rechner wieder zum Leben zu erwecken und den kostspieligen Kauf neuer Hardware zu verhindern – genügt auch das neue Windows. Es schlucke wirklich viel weniger Ressourcen als seine Vorgänger und sei sicher genug, schreibt Lai.

Wer nicht gerade Ressourcen fressende Antiviren-Software nutzt (und da gibt es mittlerweile gute Cloud-Security-Lösungen, die nicht die Last der vielen Virensignaturen mitbringen) kann also frohgemut seinen alten Rechner wieder mit Win7 auffrischen.

Beschränkungen für PC-Hersteller sinnlos?

Wären da nicht die Beschränkungen für Netbook-Hersteller, mit denen Microsoft auch die Entwicklung des PC-Marktes durch Win7 befeuern will – man kaufte dazu wohl auch eine entsprechende Studie bei IDC – würden viele IT-Leiter in Unternehmen jubeln. Auch, wenn Windows 7 nicht gerade billig ist, erspart es doch die Kosten der neuen Hardware. Und Linux ist zwar lizenzkostenfrei, aber psychologisch verdammt schwer in Unternehmens-Desktops zu bringen – also Manpower-verschlingend.

Zwar hat Microsoft offiziell höhere Hardware-Anforderungen als bei Vista angegeben, doch in Wirklichkeit sei das Bullshit Unsinn, geben viele Tester an. Das neue Windows läuft und läuft und läuft – und damit auch die alte Hardware. Lai: »Windows 7 ist wie das aufgeblähte Vista nach einem ausgiebigen Aufenthalt im Wellness-Zentrum. Getrimmt, poliert und Botox-behandelt «. Sogar auf den schwachen Netbooks laufe es.

Windows teurer als die Rechner?

In den USA plant Microsoft sogar ein »Family Upgrade Pack« mit drei Lizenzen für 150 Dollar – womit es sich auch für Privatkunden wieder lohnt, Windows auf alten Rechnern zu installieren – bisher waren die Lizenzen maßlos teuer und die nötigen Rechner auch. Man bräuchte kein Vista dafür, betont Microsoft, man könne es sogar auf jungfräulichen Rechnern installieren.

Was Microsoft als Minimum für Windows 7 angibt: 1-GHz-CPU, 1GByte RAM, 16-GByte Festplatte, DirectX 9-fähige Grafikchips. Damit ist auch ein besserer PC von 2002 noch im Rennen, wie Lai ihn auch testete. Windows-Enthusiasten haben das Spiel noch weiter getrieben: Die Fansite Neowin.net testete Win7 schon im Mai erfolgreich mit einem 700MHz Pentium III ThinkPad und einer deren Leser schaffte es später mit einem alten 600MHz-Pentium-III-Desktop mit 512 MByte RAM. Die Website »The Windows Club« behauptet sogar, Windows 7 auf einem Gerät von 1997 mit einem 266-MHz-Pentium II mit nur 96 MByte RAM und einer 4-MBte-Grafikkarte zum Laufen gebracht zu haben.

Die rosigen PC-Markt-Vorhersagen von IDC und der Deutschen Bank, die beide Windows 7 als die treibende Kraft sehen, haben sich damit wohl erübrigt. µ

L’Inqs:
IDC trägt die (bezahlte?) rosarote Brille
Computerworld: Es geht doch auch mit alten Rechnern!
Windows Club hat den ältesten Win7-PC

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