Schwacher Angriff: Musik-Industrie plant neues Digitalmusikformat

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Vier der  weltweit größten Musikunternehmen wollen mit einem neuen Musik-Downloadformat für Alben den »verlorenen« Markt zurückerobern.

Apple war auch eingeladen, mitzuentwickeln – doch offenbar fand der Onlinemusik-Riese (der ganz nebenbei noch Computer baut) die Pläne für »CMX« schwachsinnig und kontert mit eigenen Plänen. Apples neuer Musik-Datencocktail soll den Codenamen »Cocktail« tragen, berichtet die Times.

Das CMX-Format von Sony, Warner, Universal und EMI wiederum soll die Musik-Alben wieder salonfähig machen – sie hatten einst die Musikindustrie ernährt. In die Dateien soll Zusatz-Information wie Album-Cover, Bilder, Liedtexte und Anderes eingebettet werden.

Nix gelernt?

Offenbar haben die Musikgranden nichts dazugelernt aus den vergangenen zehn Jahren und wünschen sich die finanziell lukrative Zeit ohne viel Aufwand zurück. Der Käufer finanzierte seinerzeit »11 Lieder, die niemand hören will, nur um ein zwölftes gutes zu bekommen«, kommentiert Inquirer-Autor Stewart Meagher. »Ihr wisst schon, das Lied, das immer im Fernsehen läuft und mit ‘Di di dum daa daa losgeht’… oder so ähnlich.« Er zerreißt dabei mit bösen Worten sowohl das Musikverhalten der älteren Generation (die sich immer cool fand, wenn sie ein tolles Album etwa von Emerson, Lake &Palmer hatte) als auch die kurze Aufmerksamkeitsspanne der jüngeren.

Viel Spekulation

Doch jedes neue Musikformat, das weder mit Apples iTunes noch mit MP3 kompatibel ist, wird sich nicht durchsetzen können. Selbst bei Apple müsste aber etwas völlig Neues (aber abwärtskompatibles) her, um die Käufer zu gewinnen. Und deshalb spekulieren die Weblogs dieser Welt heftig über das neue Apple-Format und die Geräte dazu (iPads, PodBooks und andere Wortungetüme tummeln sich im Web).

Solange die Apfelbauern ihren Verkaufs-Guru Steve Jobs haben, wird dieser den Leuten tatsächlich etwas andrehen können (was sie nie haben wollten). Apple als die neue Musik-Industrie?

Die Musikverleger wollen CMX schon im November 2009 bringen, Apple soll trotz seines späteren Starts schon im September starten. Vielleicht handelt es sich ja um eine Fortentwicklung des Apple-B-Seiten-Projekts? Vielleicht haben die Inquirer-Leser ein paar Spekulationen – oder Wünsche an Apple und die traditionelle Musikindustrie? µ

L’Inqs:

Hypebot zu den CMX-Plänen
Times Online über das neue Format der Musik-Industrie und Apples Ablehnung
Inquirer UK lästert über Hörgewohnheiten und Lernunfähigkeit der Industrie
Spacelab.tv spekuliert über Apples Musik-Pläne

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