Realitäts-Check: FaceFeed, Microhoo und Twoogle

Allgemein

Ex-Wall-Street-Journal-Autorin Kara Swisher  beobachtet noch immer die Hightech-Branche – und alle Fusions-Kombinationen, über die so spekuliert wird. Zwei der heiß gehandelten Spekulationsblasen sind auf ihre Art wahr geworden, aber über die dritte zerbricht sie sich noch immer den Kopf.

MicroHoo, YaBing und andere Schrecklichkeiten

Die vielen »MicroHoo«-Spekulationen um Microsoft und Yahoo sind ja nun wahr geworden, wenn auch anders als sich das Steve Ballmer ursprünglich vorgestellt hatte – ja, sogar fast besser für »die Borg«, denn große Summen mussten nicht einmal investiert werden, um die Techniken und Talente von Yahoo zu erhalten. MicroHoo (oder YaBing oder BaHoo oder wie auch immer) ist also abgehakt.

FacFeed – oder »noch ein Kauf«

Das nächste Häkchen im Reality Check ist das Gerede über »FaceFeed«. Ja klar, gestern kaufte Facebook die Content-Sharing-Site FriendFeed, wie FriendFeed selbst verlautbart. Dort saßen zum Schluss übrigens viele frühere leitende Angestellte von Google – man kennt sich eben im Silicon Valley. Dieser Kauf erfreut daher bestimmt auch Microsoft, denn »Kleinweich« ist einer der größten Investoren in Facebook und hat so neben seinen Yahoo-Deals auch das Talent von Intim-Feind Google zur Verfügung – um endlich einmal die eigenen Internet-Aktivitäten zu modernisieren. Also auch abgehakt.

Noch kein Twoogle…

Und » Twoogle«, also die wabernden Gerüchte über einen Zusammenschluss von Twitter und Google?

Die verfrühten Gerüchte von diesem Frühjahr, die SuchGeldmaschine Google würde sich den schnellwachsenden Twitter-Dienst einverleiben wollen, stellten sich allesamt als verfrühte Blasen heraus, die allenfalls ein paar Spekulanten bereichern konnten. Auch die Legenden, dass Facebook (mit Hilfe von Microsoft-Geld) Twitter erwerben wolle, stellten sich als Strohfeuer heraus.

…aber macht mal!

Branchenkennerin Kara Swisher meint nun, die Investoren in Google und Twitter dächten sicher momentan darüber nach, ob es für beide Seiten Sinn mache, eine Art »Realzeit-Suche« anzubieten.  Doch zweimal gedreht und gewendet zeigt sich erst einmal: Noch sind in beiden Firmen so viele potentielle Einnahme-Ströme, dass sich die Zwei (noch) nicht wirklich brauchen.

Ein gemeinsames Geschäftsmodell würde aber wirklich viel Sinn machen, schreibt Kara, denn vielleicht nerve es Twitter irgendwann, immer die zweite Geige nach Google zu spielen. Und so ruft sie die Investoren auf, doch wirklich einmal »in die Pötte« zu kommen. Für Kara lohnt es sich schon als reine Unterhaltung: Es sei sehr interessant, wie sich die entstandenen Giganten Microhoo, FaceFeed und Twoogle mit vielen neuen kreativen Ideen um die Kunden streiten müssten. Das muss wirklich ein interessanter und schneller Schlagabtausch werden, denn im Web ist alles, was älter als ein par Monate ist, schon sooo gestern! µ

L’Inqs:
Kara Swisher über die neuen IT-Konstellationen
Microsoft-Investment in Facebook
Offiziell: Facebook kauft FriendFeed
Frühjahrsgerücht: Google will Twitter kaufen

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