Neuer Streit um VDSL

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Die Telekom hat bei der Bundesnetzagentur Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelanlagen und Glasfaserstrecken beantragt. Nun könnten auch die Wettbewerber die Infrastruktur nutzen, erklärt man, doch die sind sauer, weil sie eigentlich noch in Verhandlungen mit dem Ex-Monopolisten standen.

Im März hatte die Deutsche Telekom angekündigt, ihr VDSL-Netz für die Konkurrenz zu öffnen. Damit wollte man zeigen, dass man auch ohne die Bundesnetzagentur eine Einigung mit den Wettbewerbern erreichen kann – Vodafone und 1&1 präsentierte man bereits als Partner, die noch in diesem Jahr mit schnellen Internet-Zugängen auf Basis von VDSL an den Start gehen. Mit anderen Providern stand man noch in Verhandlungen – die nächste Gesprächsrunde war für den 20. August angesetzt.

Nun hat die Telekom allerdings bei der Bundesnetzagentur Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanalanlagen, der unbeschalteten Glasfaserstrecken und den Zugang an Multifunktionsgehäusen beantragt. »Die Branche benötigt möglichst schnell Planungssicherheit, um ihre Versprechen umsetzen zu können«, sagte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme. »Wir sind immer noch der Überzeugung, dass Verhandlungslösungen im Markt der bessere Weg sind. Wir müssen aber feststellen, dass die Preisvorstellungen zu weit auseinander liegen, um schnell eine Einigung zu erreichen.«

Den Gang zur Bundesnetzagentur werten die Wettbewerber jedoch als faktischen Abbruch der Verhandlungen, müssten sie doch nun ebenfalls Anträge stellen, wie Jürgen Grützner, Gechäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), erklärte. Die Telekom versuche Fakten zu schaffen, die ihr strategische Vorteile im Markt sichern und führe die lang laufenden Verhandlungen mit den Wettbewerbern ad absurdum, kritisiert er. (Daniel Dubsky)