Wir basteln uns einen Satelliten

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Mein Haus, mein Auto, meine Frau. Fehlt noch was? Ach ja, der eigene Satellit. Der Bausatz kostet nur 8000 Dollar. Und kommt damit billiger als die drei Erstgenannten.

Haben Sie schon immer von Ihrem eigenen Satelliten geträumt? Lässig geparkt auf einem orbitalen Parkplatz vor einem Restaurant am Ende der Milchstraße? Oder munter – wenngleich vielleicht eher sinnfrei – durch Raum und Zeit kreiselnd? Das kalifornische Unternehmen Interorbital, bereits aufgefallen durch den garantiert superseriösen Vorabverkauf von superwertvollem Mondstaub aus einer auf längere Sicht irgendwann geplanten Mondlandung, will auch diesen Menschheitstraum endlich wahr werden lassen. Zeit wird’s. Wenn wir die böse Schwiegermutter oder das lästig gewordene Haustier schon nicht auf den bekannten Trabanten schießen dürfen – weil nämlich Interorbital die dazu notwendige Rakete noch nicht fertig hat – dann wollen wir sie wenigstens auf einen schönen Ausflug um die Erde schicken können, bis wir aus dem Urlaub wieder zurück sind.

Aber leider lesen wir weiter in der Produktbeschreibung und stellen fest: Der Bausatz für schlappe knapp 8000 Dollar, in dem alle notwendigen Komponenten einschließlich Solarzellen und Steuerung enthalten sind, transportiert bloß 200 Gramm Nutzlast. Das reicht vielleicht gerade mal für den Hausmüll. Oder ein bißchen Schwarzgeld, nachdem die Schweiz nicht mehr sicher sein soll. Und nach spätestens drei Monaten kommt das Ding als Bumerang wieder auf die Erde zurück. Aber wahrscheinlich verglüht es wohl doch eher in der Atmosphäre. Also, wertvolle Dinge schicken wir dann doch lieber mit der Post.

Einstein sagte einst, er kenne nur zwei Dinge, die unendlich seien: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum allerdings sei er sich nicht ganz sicher. Interorbital unterhält ein Verkaufsbüro in Berlin.

Quelle: intern.de