Gelöschte E-Books: Schüler verklagt Amazon

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Ein 17-Jähriger hat den Online-Händler verklagt, nachdem dieser das E-Book »1984« vom Kindle gelöscht hatte – und damit auch alle Notizen des Schülers.

Zwar hatte sich sogar schon Amazon-Chef Jeff Bezos für die gelöschten E-Books entschuldigt, dennoch sieht sich der Online-Händler sich nun mit einer Klage konfrontiert. Die wurde der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bereits am vergangenen Donnerstag eingereicht und listet neben dem 17-Jährigen Justin Gawronski mit Antoine Bruguier noch einen weiteren Kläger. Während Gawronski Amazon vorwirft, mit dem E-Book auch seine Anmerkungen gelöscht zu haben, geht es Bruguieru die Tatsache, dass der Online-Händler ihm auch auf Nachfrage keinen Grund nannte, warum das Buch gelöscht worden sei. Zudem habe Amazon ihm keine Ersatzversion angeboten.

Man strebt den Status einer Sammelklage an und argumentiert, Amazon habe nicht das Recht gehabt, die E-Books zu löschen und habe damit den Kaufvertrag gebrochen. Schließlich hole sich der Händler auch nicht gedruckte Bücher von seinen Kunden zurück. Das Vorgehen sei unfair und betrügerisch gewesen.

Amazon hatte bereits erklärt, künftig keine E-Books mehr von den Geräten seiner Kunden löschen zu wollen. Allerdings waren die Orwell-Klassiker »1984« und »Farm der Tiere« offenbar nicht die ersten E-Books, die man remote entfernte, weil die Händler, die sie über Amazons Plattform verkauft hatten, nicht die Rechte dazu besaßen. In der Vergangenheit hatten sich einige Nutzer bereits über verschwundene Harry-Potter-Bücher gewundert – deren Verbleib scheint nun geklärt. (Daniel Dubsky)