Emma, Twitter und der süße Tod

Allgemein

Suchmaschinen-Optimierer aller Webs, vereinigt Euch! Aufträge von Cyberkriminellen helfen Euch zwar, Geld zu verdienen, aber jagen Web-User schnell ins IT-Verderben. Und Euch vielleicht mal ins Gefängnis.

SEO ist der neue Trend der Cyberkriminellen, und bevor sie ihre manipulierten Seiten auf diese Weise vermarkten (Google gewinnt also auch daran!), denken sie sich ein Thema aus, das die Leute zum Suchen bringt.

Spamfilter löschen heutzutage schon viele der Mails, Instant Messages und Twitter-Feeds, die die Nutzer noch zum Klicken auf Links bringen sollten; lieber suchen aufgeklärte User per Suchmaschine nach »echten« Informationen statt in irgendeine Meldung undefinierten Ursprungs zu klicken. Doch auch in diese vermeintlich realen Seiten lassen sich Malware-Pages unterschieben.

Echte Bedrohung in falschen Infos – Untergeschoben!

So ist es geschehen mit einer harmlosen Twitter-Meldung zum vermeintlichen Tod der jungen Schauspielerin Emma Watson bei einem Auto-Unfall. »Ach, war die süß!«, schwelgen kleine Harry-Potter-Fans und »Uiii, ist das ein ‘user-generating’-Thema, schwärmen die Online-Publisher.

Und weil Britney Spears, Miley Cyrus und andere Kinderstars schon nicht mehr süß genug sind, um die Herzen der kleinen Jungs (und ihrer Mütter) zu erobern, setzen die Digitalschurken auf Emma, die das Mädchen an Harry Potters Seite spielt. Die passt doch noch ziemlich genau zu den leicht zu verirrenden Teens, oder?

Richtig optimiert tauchten dann die vorbereiteten Malware-Sites bei Google zuerst auf, wenn jemand nach Emma Watson suchte.

Die Gefahrensucher
Herausgefunden haben will das die Firma WebSense mit ihrer Technologie »ThreatSeeker« – kurz nachdem sie ein Whitepaper zu derartigen Security-Trends veröffentlichte. Interessante weitere Möglichkeiten zum Betrug hat WebSense hier ebenfalls aufgespürt – eine Fundgrube für Möchtegern-Cyberkriminelle übrigens.

Bei dem Namen »ThreatSeeker« tauchen übrigens Erinnerungen an den guten alten Witzfilm »Kentucky Fried Movie« auf. Darin gibt es einen Sketch, in dem ein »Gefahrensucher« die Bedrohung selbst heraufbeschwört – mit heute in den USA nicht mehr politisch korrekten Mitteln. Diesen Sketch hatten die WebSense-Marketingleute sicher nicht im Kopf.

Als nächste Zielgruppe machen wir schon mal die äteren »Silver Surfer« aus. Was man mit der Rentner-Generation alles tun kann, um sich zu bereichern, zeigte schon der morbid böse österreichische Film »Komm, süßer Tod!«. Auch eine Form von Süßlichkeit. Ich rieche schon den süßen Geruch der Krematorien. µ

.

L’Inqs:
Meldung zu den neuen IT-Tricks
Whitepaper zu aufkommenden Bedrohungen
(bekommt man, wenn WebSense deine Daten als potentiell Bedrohtem
und damit möglichem Kunden hat)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen