Yahoo und Microsoft legen zusammen

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Bessere Suchmaschinentechnik für Yahoo und Zugang zu Millionen von Yahoo-Nutzern für Microsoft – damit wollen die beiden Unternehmen dem Marktführer Google die Stirn bieten.

Jetzt ist es offiziell. Microsoft und Yahoo haben die wochenlangen Gerüchte beendet und eine Zusammenarbeit vereinbart. Die technische Basis der neuen Partnerschaft ist Microsofts Suchmaschine Bing. Deren Algorithmus soll künftig bei Yahoos Suchfunktion unter der Haube stecken.

Gleichzeitig lizensiert Microsoft aber auch Yahoos Suchtechnologien und erhält das Recht, diese in seine eigene Web-Plattform einzubauen.

Die Yahoo-Suchmaschine wird dabei aber weiterhin im Look and Feel von Yahoo erscheinen, obwohl die Technik von Bing dahintersteckt.

Yahoo wird dafür im Bereich Sales für beide Unternehmen aktiv werden. Dabei übernimmt Yahoo den Vertrieb von Online-Suchanzeigen für die Premium-Kunden. Microsofts AdCenter dagegen soll die automatisierten Anzeigen bei Suchanfragen verwalten.

Daneben agieren die Unternehmen aber weiterhin unabhängg voneinander.

In einer Reihe von Videos, darunter von Microsoft-Chef Steve Ballmer und Yahoo-CEO Carol Bartz, versuchen die beiden Unternehmen die Öffentlichkeit auf das gemeinsame Projekt einzustimmen. Der Vertrag ist auf zehn Jahre befristet.

Google wird nicht erwähnt
Hauptziel der Kooperation ist für beide Unternehmen, die kritische Masse an Suchanfragen und folglich auch Anzeigenkunden zu gewinnen, um gegen den Marktführer Google, der über 70 Prozent Marktanteil hält, bestehen zu können.

Google wird in der gemeinsamen Erklärung von Microsoft und Yahoo nicht direkt erwähnt, aber Steve Ballmers Worte zielen eindeutig auf den übermächtigen Konkurrenten: »Mit dieser Vereinbarung schaffen wir Innovationen in der Internet-Suche, Mehrwert für Anzeigenkunden und eine echte Wahlmöglichkeit für Endanwender auf einem Markt, der bisher von einer einzigen Firma dominiert wurde.«

Für Google ist die Kooperation sicher keine Überraschung. Schließlich waren die Grundzüge des Deals schon seit Wochen diskutiert worden. Der Suchmaschinen-Gigant ist längst dabei, sich mit den Betriebssystemen Chrome OS oder Android neue Geschäftsfelder zu erschließen, um weniger vom klassischen Suchmaschinengeschäft abhängig zu sein.
(mt)

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