Deutsche Bank: Windows7 als Espresso für eingeschlafenen IT-Markt

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Ein Report der Deutschen Bank in den USA sagt: Windows 7 wird den IT-Markt kräftig beleben.

»Wiederbeleben« sagt die Übersetzungs-Software zum Windows-Marktreport der Deutschen Bank in den USA. Doch tot war der IT-Markt nie – vielleicht benahm er sich seit Beginn der Krisenzeit eher nur wie eingeschlafene Füße. Die aber wachen nun durch den Espresso-Schluck der Marke Windows 7 wieder auf. Glauben zumindest die Marktanalysten der Deutschen Bank.

Windows 7 ist wie Espresso - angeblich

Die US-Kollegen der eWeek zitieren einen Report der Deutschen Bank, der auf der deutschen Website und bei der Pressestelle hierzulande aber nicht bekannt ist – ein amerikanischer Alleingang?  In der Marktuntersuchung hätten die Banker das gesamte Ökosystem rund um Windows untersucht und seien zum Schluss gekommen: Viele Unternehmen stellen bald auf das neue System um und werden es häufig als Ausrede nutzen, um endlich ihren IT-Fuhrpark erneuern zu können. Im Report steht auch, dass mehr und mehr Unternehmen an Virtualisierung und Aufrüstung zu 64-Bit-Systemen interessiert seien und die entsprechenden Investitionen planten. Hört, hört!

Auf zum Windows-Ausschank!
Der 22. Oktober, das offizielle Win7-Startdatum, gebe dem Markt einen massiven Schub und kremple vielleicht auch die Märkte für Hard- und Software-Anbieter um. Die Befragung von CIOs in 120 Industrie-Unternehmen weltweit hätte zudem ergeben, dass die Windows7-Marktdurchdringung in Zukunft weit über die von Vista hinausgehen werde und dass sie den Level, den XP und Windows 2000 in zwei Jahren erreichten, schon innerhalb von  12 bis 18 Monaten erklimmen würde.
Der so entstehende Update-Zyklus könne den ganzen Markt mitreißen, sogar Prozessor- und Speicherhersteller.

Um es mit den eingeschlafenen Füßen zu vergleichen: der Windows-Espresso wird den gesamten Mechanismus beleben und so auch die Hände (Software links, Hardware rechts) schneller mit frischem Blut versorgen. Denn ganze 75 Prozent der befragten Firmen planen laut Report, zur Win7-Migration auch ihre Hardware zu erneuern. Und weil der Durchschnitts-Firmen-PC in den USA 6,1 Jahre alt sei, dürfte ein Ersatz der »geriatrischen« IT-Landschaft vor allem in kleinen und mittleren Firmen anlässlich des Windows7-Kaffee-Ausschanks stattfinden. Also neue Tassen zum frischen Kaffee.

13 Prozent der Unternehmen, die umstellen wollten, würden dies sogar gleich nach dem Rollout machen wollen, 21 Prozent würden »recht bald« nachfolgen wollen. Das sei viel schneller als bei XP.

Heißer Espresso oder kaltes Wasser?
Die Deutsche Bank glaubt hier wohl an einen extrastarken Kaffee, die vorherige Studie von ScriptLogic sieht eher kaltes Wasser mit Beruhigungsmittel. Die »Kaltwasser«-Studie« behauptete, 6 von 10 Firmen würden nicht gleich auf Win7 aufrüsten wollen und viele schon gleich gar nicht.

Wie viele Kaffeeliebhaber wir im IT-Café tatsächlich sitzen haben und ob dieser besondere Espresso für manche zu teuer sein wird (Ich höre den kleinen Linus brüllen: »Immer diese In-Getränke! Brauch ich nicht!«), das muss sich noch zeigen. Ich hole mir jetzt erstmal einen Cappucchino. µ

L’Inqs:
eWeek über den Windows 7-Report der Deutschen Bank
Auch IDC trägt rosarote Brillen (finanziert von Microsoft?)
ScriptLogic sieht einen zäheren Win7-start

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