Fast fertig: WLAN-Standard 802.11n

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Nach jahrelangen Verzögerungen soll der neue WLAN-Standard nun im September endlich verabschiedet werden – ohne größere Änderungen, um die Zusammenarbeit mit den zahlreiche Draft-N-Geräten nicht zu gefährden.

Die 802.11-Arbeitsgruppe des amerikanischen Ingenieursverbands IEEE hat in der vergangenen Woche endlich den WLAN-Standard 802.11n abgesegnet, an dem bereits seit Jahren gearbeitet wird und der sich wegen Streitigkeiten zwischen den Firmen, die jeweils die von ihnen präferierten Technologien im Standard sehen wollten, verzögerte. Nun erreichte man endlich die notwendige Mehrheit; 53 Mitglieder stimmten für den Entwurf, eines dagegen und sechs enthielten sich, wie Matthew Gast, CTO bei Trapeze Networks und Mitglied der 802.11-Arbeitsgruppe, in seinem Weblog schreibt. Auch der Vorstand der Arbeitsgruppe hat bereits zugestimmt, so dass der neue WLAN-Standard nur noch vom Standards Review Committee des IEEE abgesegnet werden muss. Dessen nächste Sitzung findet am 11. September statt.

Die Arbeiten an 802.11n reichen bis ins Jahr 2002 zurück, wie Gast schreibt, denn, ebenfalls am 11. September, traf sich erstmals die High Throughput Study Group, aus der später die Task Group N (TGn) hervorging, die den neuen Standard entwickelte. Schon Anfang 2006 wurde ein erster Entwurf von 802.11n verabschiedet, der aber bei der Abstimmung durchfiel. Ein Jahr später folgte der zweite Entwurf, in den zahlreiche Änderungen eingearbeitet wurden und den mittlerweile fast alle aktuellen WLAN-Geräte unterstützen, nachdem die WiFi-Alliance begann, die Geräte zu zertifizieren und damit eine Art Quasi-Standard zu schaffen.

Die WiFi-Alliance kündigte bereits an, die Basisvoraussetzung für eine 802.11n-Zertifizierung nicht zu ändern und nur einige kleine, optionale Ergänzugen vorzunehmen, sobald 802.11n verabschiedet ist. So will man sicherstellen, dass die Geräte weiterhin zusammenarbeiten, aber auch neue Features berücksichtigt werden. (Daniel Dubsky)