E-Books brauchen keinen Reader

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Jedenfalls meint das E-Book-Händler Ciando, der Bücher in den Formaten PDF und EPUB anbietet – jetzt auch mit Online-Lesefunktion. Man brauche nicht einmal Software und könne die Elektrobücher fortan mit jedem Web-Gerät lesen.

Ciando setzt bei E-Books auf Online-Leser:  Seine E-Book-Funktionalitäten hat der Anbieter  um »online lesen« ergänzt, der Download der Werke ist aber noch immer möglich.

Wer die E-Books als Online-Dokumente abrufen will, kann sie einfach mit irgendeinem ebfähigen Gerät dort weiterlesen, wo er zuvor (auch auf einem beliebigen Gerät) aufgehört hat. »Ein Preis für alle Lesevarianten« ist das Motto, das dahintersteckt. Ciando-Chef Werner-Christian Guggemoos sieht diese Strategie nicht nur als Mittel zur Unabhängigkeit von E-Book-Formaten, sondern sieht sich damit schon in den Sphären des Cloud Computing.

»Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein« klang das alte Lied von Reinhard Mey vermutlich in den Ohren von Guggemoos, denn ein Herunterladen des Inhalts in den unterschiedlichen Formaten der Reader-Geräte und der PC-Software ist nicht mehr nötig. Und so darf er in seiner Pressemitteilung diese Datenwölkchen nennen – weil sie gerade mächtig in sind: »Die E-Books folgen dem Nutzer wie eine virtuelle Datenwolke. Er greift auf sie zu, wann und wo immer er will«.

Das Münchner Unternehmen dahinter ist schon lange kein kleines Rädchen mehr im E-Book-Markt: Seine Kooperation mit mehr als 250 Verlagen wie Springer, Haufe oder Carl Hanser bringe es auf derzeit rund 35.000 elektronische Buchtitel. Und die kann man auch über den regulären (Online-)Buchhandel erwerben, also bei buecher.de, buch.de, Jokers oder Lehmanns. Selbst die auf Verlagsseiten erhältlichen Titel wie bei Thieme oder C.H. Beck und die E-Book-Angebote der Universitätsbibliothek der LMU München oder der TU Darmstadt nutzen Ciandos  Angebot.

Letzteres wiederum entlastet die Bibliotheken vom Besucherstrom: die Studenten schweben meist ohnehin lieber auf elektronischen Wolken statt in massiven Steinbauten – in Bayern insbesondere die Geburtsjahrgänge ab 1981, wie eine Umfrage ergab.  Von ihnen erfuhren 80 Prozent über die Homepage der Universität, dass es das elektronische Angebot gibt. µ
L’Inqs:
Ciando
Buecher.de
Buch.de
Jokers
Lehmanns
Unibibliothek LMU München
Unibibliothek TU Darmstadt
E-Book-Umfrage an Bayerischen Uni-Bibliotheken

Anteil der Fachbereiche an der E-book-Nutzung
Anteil der studentischen Fachbereiche an der E-book-Nutzung
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