Die Untoten der Musikdienste, Teil 2

Allgemein

Nachdem uns schon PirateBay-Käufer Wayne Rosso mit seinen hoffnungsfrohen Geschäftsideen beglückte, kommt nun der nächste Untote zum Vorschein: KazAa soll wiederbelebt werden.

Noch ein P2P-Musikdienst, der aus dem Reich der Toten wiederkehrt. Während in PirateBay noch ein wenig Blut tropft, weil es noch zu Lebzeiten mit frischer Finanzmedizin und einem Käufer ausgestattet wurde, soll KazAa nun ganz aus dem Reich der Toten wiederauferstehen.

Nach der juristischen Erschießung durch die Musikindustrie lag KazAa drei Jahre im Sarg. Mit der Totenruhe ist es nun vorbei, die Online-Kreatur wird  exhumiert. Die drei Jahre lassen das neue KazAa vielleicht alt aussehen, doch der Mann; der hinter der Auferstehung steckt, ist kein anderer als der Australier Kevin Bermeister, der hinter vielen Techniken steht, die KazAa seinerzeit einsetzte.

Ob er es als Wunderheiler schafft? Als Assistenten hat Doktor Bermeister zumindest Michael Speck, der als Adjudant der Musikindustrie selbst viel zu KazAas Tod beigetragen hatte. Er kennt also die Gifte, die sein Opfer umbrachten. Gemeinsam wollen die beiden den Wiederbelebungsversuch noch diese Woche starten – Dr. Jekyll und Mister Hyde der Musik-Angebote glauben an die Zukunft – den Namen des Untoten würden die Leute ja noch kennen.

“Ganz legal” wolle es sein, und ein großes Musikangebot hätten die beiden Spin-Doctors angeblich auch schon, sagt der australische Sydney Morning Herald. Am morgigen Dienstag soll  die neue Kreatur mit dem alten Namen vorgestellt werden – wir würden uns nicht wundern, wenn ein Musikindustrie-Roboter oder Frankensteins Monster bei der Produktvorstellung auftreten würden.

Die 20-Dollar-Monatsgebühr des anfänglich nur in den USA erhältlichen Dienstes soll durch die Telefonrechnung eingezogen werden. Um abonniert zu werden, sollte die zum Leben erweckte Kreatur aber mehr haben als ihren Namen.

Wie das funktioniert mit einem Dienst, der Microsofts Windows Media und dessen DRM verwendet (als »Digital Restrictions Management« verschrien), ist noch fraglich. WMA lässt sich zwar leicht in gängige MP3-dateien wandeln, nicht aber ins für Apples iPod nötige AAC.

Und der Wechsel zu anderen Geräten ist mit dem MS-System nur fünf Mal möglich. Das ist ausreichend für den Durchschnitts-User, doch jede Art von Beschränkung ist eben ein psychologisches Hindernis zur Akzeptanz des Dienstes.

Und das könnte den Zombie die Rückkehr ins Reich er Toten kosten. Ach, wenn es mir nur gruselte! µ

L’Inqs:
Meldung: KazaA kommt wieder
Australischer Dienst SMH über KaZaAs-Mr.Jekyll und seinen Dr. Hyde aus der Musikindustrie

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