Deutschlands größter Internet-Knoten halbiert die Preise

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Der zentrale Internet-Knoten in Frankfurt führt ein neues Preismodell ein, das vor allem kleineren Internet-Providern und deren Kunden Vorteile bieten soll.

Der Knotenpunkt DE-CIX, einst als Kooperationsprojekt mehrerer Provider gestartet und nun als GmbH Deutschlands größter Internet-Peering-Point (und der mit dem weltweit zweithöchsten Datendurchsatz), will die Internet-Anbindung insbesondere für mittlere und kleine Internet-Serviceprovider deutlich günstiger machen.

Durch das neue Preismodell zahlen nur die wenigen Anbieter mehr, die den größten Traffic im Netz verursachen. Das bisherige Einstiegspaket, eine 1000 Mbps-Anbindung, kostete 1000 Euro im Monat, nach neuem Preismodell nur noch 500.

Nachdem der Internet-Austauschpunkt im vergangenen Jahr seine Technik massiv ausgebaut hatte, kann er nun kleinere Einstiegsvarianten und größere Ausbaustufen bieten. Die kleinste Variante sind nun 200 Mbps für 200 Euro im Monat – womit die Stunde der lokalen Internet-Anbieter wieder geschlagen hat, die einst den Markt groß machten.

Weil das bisherige Preisgefüge seit 2004 nur den sehr großen Providern Rabatte gewährte, erklärt Business-Development-Manager Frank P. Orlowski, wolle er nun die kleinen Provider mit attraktiven Einstiegspreisen locken. Gleichzeitig müssten aber große Provider, die die DE-CIX Infrastruktur durch ihren hohen Verkehr stärker belasten, in Zukunft mehr zahlen. »Man kann sagen, dass rund 80 Prozent der Kunden in unserem neuen Preismodell dasselbe oder weniger zahlen als bisher, die 20 Prozent mit sehr hohem Traffic zahlen dagegen mehr«, so Orlowski. Der Technikausbau auf bis zu 700 Gbps Datendurchsatz habe Einiges gekostet, die Großverbraucher müssten sich mehr daran beteiligen.

Durch die neue Kostenstruktur, so schätzen wir bei IT im Unternehmen, werden sich die Internet-Anbindungen für kleinere Unternehmen in Zukunft eher rechnen, enn die Dienstleister ihren Vorteil weitergeben. Die Privatkunden-Angebote jedoch, die sich für die großen Provider ohnehin nur noch durch lange Vertragsbindungen rechnen, können bei den Riesen-Providern kaum noch tiefer fallen als sie es ohnehin schon sind. (Manfred Kohlen)

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