EU-Kommissarin Viviane Reding plant »Digitales Europa«

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In der jährlichen »Ludwig Erhard Lecture« der EU durfte diesmal Informationstechnologie-Kommissarin Reding eine Rede halten – und verglich darin die Aufbauarbeiten für eine digitale Gesellschaft mit dem deutschen Wirtschaftswunder der 50er. So ein Wunder muss natürlich europaweit richtig vorangetrieben werden.

Ludwig Erhards richtige Mischung aus politischer Entscheidungskraft und dem Verstehen der makroökonomischen Psychologie hätten das Wirtschaftswunder der Deutschen erst ermöglicht, erklärt die Liechtensteinerin Viviane Reding.

Die Generation der »Digital Natives«, also Blogger und Bewohner der Social Networks, seien die nächste potentielle Wirtschaftswundergeneration, und dazu habe man zum Beispiel in Deutschland, Großbritannien und Frankreich schon entsprechende Initiativen für die Breitbandversorgung der Bevölkerung geschaffen. Finnland plane sogar eine Versorgung der gesamten Bevölkerung mit 100-MBit-Anbindungen und wolle dies mit entsprechenden Fördergeldern anschieben.

Diese digitale Infrastruktur zu entwickeln und dann in ihr für die freie Entwicklung von Angebot und Nachfrage zu sorgen sei eine der Voraussetzungen, um aus der Wirtschaftskrise herauszukommen und die neuen Marktkräfte des Informationszeitalters zu nutzen.

Man habe die letzen Jahre schon viel an Plänen für das neue »Digital Europe« gearbeitet und einiges angestoßen, doch die nächsten 5 Jahre seien die harte Zeit, in der die Staaten das auch alles umsetzen müssten, um die Früchte zu tragen.

Reding fordert dazu eine Reform von Telekommunikationsregeln in ganz Europa, Investitionen in Netzwerktechnologien der nächsten Generation (speziell Förderung von Glasfaser statt Kupfer), die mobilen Highspeed-Übertragungstechniken wie UMTS und künftig LTE attraktiver für die Telekom-Konzerne und damit die Kunden zu gestalten und schließlich die Umstellung von allem Analogen aufs Digitale (insbesondere beim Fernsehen) zu beschleunigen. (Manfred Kohlen)

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