Amazon will Patente für E-Book-Werbung

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Will Amazon nur die Konkurrenz stoppen oder erhofft man sich viele Zusatz-Einnahmen?

Amazon fällt immer wieder auf mit ungewöhnlichen Maßnahmen. Und sicher probiert der größte Online-Shop der Welt von Zeit zu Zeit etwas aus, um gut im Geschäft zu bleiben. In den USA funktioniert dies dank Patenten für naive Gedanken Geschäftsprozesse ganz gut, in Europa und in Kanada musste der Onlineversand schon des Öfteren Niederlagen dabei einstecken.

Nun hat es Amazon wieder versucht mit US-Patenten: Der Shop-Krösus beantragte zwei solche Zertifikate, um On-Demand-Content sowie E-Books mit kontextsensitiver Werbung auszustatten. Was Google schon im WWW nahezu monopolisiert hat, will sich Amazon offenbar für die elektronischen Bücher unter den Nagel reißen.

Schlauerweise will Amazon seine alten Stärken des Web-Shops hier ausspielen:  Werbung in den Büchern könnte sich sowohl auf Stichworte wie auch die bisherigen Interessen des Amazon-Kunden beziehen. Und wer in den Online-Büchern Werbung zuließe, könne das Werk dann billiger erstehen, schreibt Amazon in seinem Patent-Antrag.

In einem zweiten Antrag will Amazon erst beim Ausdrucken der E-Books die passende Werbung integrieren. Damit nicht genug: Ein Patent auf »Lesergesteuerte Werbung« vom 28. Juni erlaubt Lesern zu sagen, was ihnen an Werbung vorgelegt wird und was nicht. Übrigens: Insgesamt ergibt eine Suche beim US-Patentamt nach der Kombination aus Amazon und »Ad« 50 Treffer, bald wohl noch mehr.

Somit hat das Unternehmen fast alles abgedeckt, was einem zu Werbung in E-Books einfallen kann, inklusive de Bildung sozialer Netze mit Käufern ähnlicher Produkte. Man will sich also auch die Fans bestimmter Bücher und vielleicht CDs warmhalten – um sie so zu verbinden und zum Kauf anzustacheln.

Bekommt der Shop-Betreiber all diese Patente wirklich, werden es andere schwer haben, im Online-Werbe-Business gegen Amazon (und Google) anzustinken. Andererseits: Viele Dinge, die der Shop-Krösus patentieren will, lassen sich durch die Patentregel der »Prior Art« sicherlich aushebeln. Aber man tut eben alles, um in diesen schweren Zeiten im Geschäft zu bleiben. Hat ja bisher auch geklappt! µ

L’Inqs:
Kein 1-click-Patent in Kanada
Amazon-Patentantrag für eBook-Werbung
Amazon-Patentantrag für on-Demand-Printing mit Werbung
Amazons Patentantrag für lesergesteuerte Werbung

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