»Microsoft sucht naive Entwickler«

Allgemein

So kommentiert unser britischer Inquirer-Kollege Nick Farrell, was er empfand, als er über Ray Ozzies Anforderungen an das »Frischfleisch« für Microsofts Entwickler-Crew gelesen hatte.

Ozzie, erster Entwickler und damit quasi Erfinder der Groupware (vor langer Zeit bei Lotus) und später von Bill Gates als handverlesener Nachfolger der Visionärs-Rolle in Microsofts Software-Entwicklung herausgepickt, will mehr junge Studenten anstellen.

Dies waren seine Worte zum Programmier-Wettbewerb »Imagine Cup«, der in Kairo seit 7 Jahren unter Microsoft-Ägide stattfindet.

Am liebsten hätte Ozzie solche Programmierer, die noch keinerlei Erfahrungen Vorbelastungen hätten. Naive junge Leute seien eben nicht von irgendwelchen Grenzen geprägt – und würden so auf ganz andere Lösungswege für ein Problem kommen als die alten Hasen. Oder etwas völlig Neues bauen, woran zuvor keiner dachte.

Die jungen Hüpfer ließen sich nicht aufhalten, weil etwas »unmöglich« sei – sie probierten erst mal aus, weil sie glauben, die Welt verändern zu können – und schafften dies dann sogar recht häufig. So sieht es Ray Ozzie, der selbst einmal ziemlich unbedarft begann, bevor er zum Vorbild für viele Programmierer avancierte. Als Beispiele für Weltveränderungen nannte er Google, Yahoo, Facebook und sogar Microsoft – allesamt gegründet von Studenten mit »unbändiger Energie«. Und das alles sei nur ein Kratzen an der Oberfläche technischer Innovation gewesen.

»Nichtwissen als Chance«, scheint die neue Devise bei Microsofts Entwicklungschef zu sein. »Change Management« nennt man das. Wird ja auch mal wieder Zeit, die Welt zu verändern.  µ

L’Inqs:
Nichtkönner als Aufbruch? Nick Farrell ist verunsichert
Über den Imagine Cup

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen