Chaos Computer Club warnt vor Vorratsdatenspeicherung

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Die Auswertung der im Zuge der Vorratsdatenspeicherung gesammelten Daten erlaube es, detaillierte Nutzungsprofile zu erstellen warnt der CCC. Zudem seien die Daten kaum sicher zu verwahren.

Im Auftrag des Bundesverfassungsgerichts hat der Chaos Computer Club eine Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung verfasst und diese nun auch für die Allgemeinheit veröffentlicht (PDF). Darin macht man deutlich, dass schon die Analyse der Verbindungs- und Standortdaten von Mobiltelefonen tiefe Einblicke in das Privatleben der Bürger ermöglicht. Durch genauere Ortung und dichtere Nutzungsprofile ergebe die Auswertung der Vorratsdaten ein vollständiges Persönlichkeitsbild, warnt man.

Außerdem kritisiert der Verein, dass viele Provider die Datenspeicherung bereits an Dienstleister wie Nokia Siemens Networks ausgelagert haben. Dort entstünden technisch hochzentralisierte und nicht kontrollierbare Überwachungsknoten, die sich funktional kaum von denen unterscheiden würden, die Diktaturen zur Kontrolle des Internets einsetzen. Dazu kommt dem CCC zufolge das Problem, dass die Daten wertvoll, aber kaum zu schützen sind.

»Sensible Daten werden in letzter Zeit unentwegt gestohlen, versehentlich veröffentlicht oder absichtlich mißbraucht. Solche Verluste und Missbräuche von Verbindungs- und Standortdaten sind nur durch ein einziges Mittel zu verhindern: Die Erhebung und Speicherung müssen gesetzlich verboten statt vorgeschrieben werden«, so CCC-Sprecher Frank Rieger. (Daniel Dubsky)