W3C: HTML 5 statt XHTML 2

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Das W3C stellt die Arbeiten an XHTML 2.0 zum Jahresende ein. Stattdessen will man sich ganz auf HTML 5 konzentrieren, für das nun doch keine Audio- und Videocodecs vorgeschrieben werden sollen.

Mit XHTML 2.0 wollte sich das W3C von SGML verabschieden und HTML komplett in XML formulieren, was die Modularisierung und den Datenaustausch vereinfacht. Doch nach jahrelanger Arbeit hat man nun entschieden, den zum 31. Dezember 2009 auslaufenden Auftrag der XHTML2-Arbeitsgruppe nicht zu verlängern. Die frei werdenden Ressourcen sollen der HTML-Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt werden, um die Arbeiten an HTML 5 zu beschleunigen.

Mit HTML 5 werden die neuen Elemente audio und video eingeführt, mit denen Audio- und Video-Inhalte in Webseiten eingebettet werden können. Der Browser spielt sie dann ohne Plugin ab – doch welche Codecs unterstützt werden sollten, darüber konnten sich die Browser-Hersteller nicht einigen. Wie Ian Hickson in einer Mail an die Mailinglist der WHATWG (Web Hypertext Application Technology Working Group) schreibt, sollen daher nun keine Codecs vorgeschrieben werden, die beiden Sektionen habe er aus der Spezifikation entfernt.

Hicksons Mail zeigt, wie verhärtet die Fronten waren: so weigerte sich Apple auf Ogg Theora zu setzen, während Opera und Mozilla sich H.264 verschließen. Google hat in Chrome zwar beides implementiert, moniert aber die fehlende Qualität von Ogg Theora und kann die H.264-Lizenz nicht für andere Anbieter zur Verfügung stellen, die Chrome verteilen. Von Microsoft gibt es keinerlei Aussagen, ob man überhaupt plant, die neuen HTML-Elemente zu unterstützen. (Daniel Dubsky)