Unified Storage ist nicht ganz ohne
Speicher im Mittelpunkt

Data & StorageIT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerkeStorage

So genannte adaptive Infrastrukturen – also IT-Landschaften, die sich in puncto Größe und Funktionsumfang jederzeit dynamisch wechselnden Geschäftserfordernissen anpassen – sind seit einigen Jahren der Traum aller Rechenzentrumsleiter. Ihre Einführung erfordert allerdings teils recht weit gehende Änderungen bei Architekturen und Prozessen.

IT-Abteilungen vermitteln oft den falschen Eindruck

Saisonale Spitzenlasten, der ständig wachsende Funktionsumfang von Betriebssystemen und Anwendungen im Open-Systems-Bereich und nicht zuletzt die steigenden Anforderungen an Datenhaltung und  -sicherung bereiten IT-Leitern nachgerade traditionell einige Kopfschmerzen.

Kein Wunder: Die Installation neuer Hardware stellt ebenso wie die Implementierung neuer Features in vielen Fällen eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die sich demgemäß nicht mal eben über Nacht erledigen lässt. Speziell in verteilten, heterogenen Netzwerken entstehen so oft Reibungsverluste, deren Beseitigung Zeit und Geld kostet.

Um solche Probleme zu umgehen, greifen die Verantwortlichen zu einer ebenfalls wohlbekannten Lösungsstrategie: Server, Storage-Arrays und gelegentlich auch Netzwerk-Devices werden bei der Anschaffung einfach eine Nummer größer bemessen als eigentlich erforderlich – was wiederum zu einer schlechten Auslastung der Systeme führt und die Betriebskosten in die Höhe treibt. Damit aber steigt die Total Cost of Ownership (TCO), und als Fazit bleibt, dass die IT-Abteilung ihre Aufgaben entweder unzureichend oder sehr ineffizient erledigt.


Flexibilisierung im RZ

Einen Ausweg aus der Zwickmühle sehen insbesondere die Hardware-Hersteller in der Einführung »adaptiver Infrastrukturen«, die sich wechselnden bzw. steigenden Anforderungen flexibel und vor allem automatisch anpassen. Geprägt hatte den einst – noch unter Carly Fiorina – der aktuelle globale Server-Marktführer HP.

Hier zu Lande hat seit einigen Jahren vor allem Fujitsu Technology Solutions (FTS) mit seinem Dynamic Infrastructures-Konzept interessante Lösungen zu bieten, bei denen man eng mit führenden Speicherproduzenten wie NetApp zusammenarbeitet. Eine zentrale Rolle spielt dabei nach übereinstimmender Auskunft von Detlef Lieb, Senior Product and Program Marketing Manager bei FTS, der »Unified-Storage-Ansatz«.

Von den eingangs erwähnten Lösungsstrategien weichen Unified Storage und Dynamic Infrastructures (DI) vor allem in einem wesentlichen Punkt ab. »Anders als in traditionellen Netzen ist die Architektur unserer gemeinsamen Lösungen ganz klar speicherzentriert«, sagt Lieb. Grundsätzlich beziehen dabei alle Server ihre Daten aus einem gemeinsamen, zentral verwalteten Storage-Pool. Die damit einhergehende Abweichung von gewohnten Architektur- und Betriebskonzepten sieht auf den ersten Blick komplizierter aus, als sie ist. »In der Tat ging es uns bei der gemeinsamen Entwicklung darum, die Zuteilung von Prozessorleistung, Arbeitsspeicher, Storage-Kapazitäten und Netzwerkbandbreite so weit wie möglich zu vereinfachen«, ergänzt der FTS-Manager.


Leistungsfähige Allrounder

Einen ganz entscheidenden Beitrag dazu leisten die in den DI-Lösungen eingesetzten Speicher, die sich wahlweise wie reguläre Fileserver auf Dateiebene oder wie SAN-Devices blockbasiert ansprechen lassen. Durch diese Multiprotokoll-Fähigkeit eignen sie sich gleichermaßen für Einsteiger wie für die wachsende Zahl von Anwendern, die Speichernetzwerke bereits im Backend-Bereich nutzen.

Während erstere ihre Speicher-Pools so per iSCSI an die Applikationsserver koppeln können, greifen letztere dafür weiter auf ihre vorhandenen Fibre-Channel-Netzwerkkomponenten zurück. »Anwender müssen sich daher nicht mehr von vornherein für eine Technik zur Anbindung der zentralen Speichersysteme entscheiden, sondern können bei Bedarf den Betriebsmodus wechseln«, erläutert Lieb. Auch die parallele Nutzung beider Techniken, etwa in einer Tiered-Storage-Architektur, sei möglich.

Damit alle Dynamic Infrastructures-Komponenten harmonieren, ist allerdings ein Großteil der Steuer- bzw. Virtualisierungsfunktionen ebenfalls von der Server- auf die Speicherebene zu verlagern. Dafür sorgt z.B. bei den NetApp-Bausteinen das Betriebssystem Data ONTAP, unter dem sämtliche Speicherarrays der Baureihen FAS, V und GX laufen. Dessen wichtigster Vorteil besteht NetApp-Materialien zufolge darin, über sämtliche Geräteklassen hinweg identische Funktionen zur Verfügung zu stellen.

In der Praxis bedeutet dies, dass für den Wechsel zu einer leistungsfähigeren Lösung lediglich noch die Hardware, meist der Storage-Controller, ausgetauscht werden muss. Ein Software-Upgrade oder umfangreiche Datenbewegungen können dagegen unterbleiben.


Lösungen richtig zusammenstellen für eine Solide Basis

»Die Multiprotokoll-Fähigkeit und Universalität von Data ONTAP bilden somit die Grundlage für den Einsatz von NetApp-Komponenten in Dynamic Infrastructures-Lösungen«, erklärt Lieb. Beträchtlich aufgewertet wird der Beitrag des FTS-Partners dabei durch drei Features, die von Haus aus zum Leistungsumfang des Storage-Betriebssystems zählen, während sie gewöhnlich eine eigens implementierte Middleware erledigt. Im Einzelnen sind dies:

– die FlexVol-Funktion: sie erlaubt dem Anwender, alle Speicherressourcen wie erforderlich automatisch und ohne vorherige Partitionierung zu einem Festplattenpool zusammenzufassen, in dem er nach Bedarf dynamisch anpassbare Volumes anlegen kann, die auf die Erfordernisse einer Anwendung bzw. Umgebung zugeschnitten sind;
– die SnapShot-Technik: sie sorgt für ein transparentes, lückenloses Online-Backup, das sich ohne Performance-Einbrüche auch im Produktivbetrieb realisieren lässt, womit eine sofortige Wiederherstellung des Dateisystems nach einem Server- oder Speicherausfall möglich ist;
– Double-Parity-RAID (RAID DP): dank dieser Technik verdauen die NetApp-Speicher auch den Crash zweier Festplattenlaufwerke, der sonst unweigerlich zum Absturz der Speichersysteme führt; sollte dieser dennoch eintreten, sorgt ein automatisches Failover dafür, dass ein Remote Mirror die Funktion der ausgefallenen Komponente übernimmt.

Für Speicheradministratoren, Rechenzentrumsleiter und IT-Abteilungen bieten die Dynamic Infrastructures-Lösungen auf NetApp-Basis damit einerseits genau die gewünschte Entlastung von kräftezehrenden Wartungsaufgaben. Und da das Grundkonzept eines gemeinsam genutzten Storage-Pools die Auslastung der Systeme verbessert und somit Kosten senkt, sei bestimmt auch das Management zufrieden, erklärt Fujitsu.