»Diamonds are a geek’s best friend « – die Diamantenchips kommen

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»Silicon will be toast«, meint unser britischer Kollege Nick Farrell, nachdem er den aktuellen Gartner-Report gelesen hat: Demzufolge sind die edlen Kohlenstoff-Chips schon kurz vor der Massenproduktion.

Nick ist »aufgeregt über die Aufregung« der Gartner-Analysten. Diese fühlen sich neuerdings erleuchtet über die Antwort auf die Frage, was wohl die Silizium-Halbleiter ablösen wird. Aber gut, eine Marktforschungsfirma, die Produkte in irgendwelchen Horoskop-ähnlichen Quadranten anordnet, ist vielleicht nicht so glaubwürdig für den traditionellen Computer-Geek (wenngleich Gartner für die obere Elite so etwas wie ein unwiderrufliches Orakel darstellt), doch hier können wir den Analysten mal glauben.

Frönen wir also dem Kohlenstoff und dem dadurch schnelleren Ende der Silizium-Chips! Silizium, so andere Nachrichten, könnte nur noch bis zu 18 Nanometer Schaltungsdichte gequetscht werden – und dann sei es aus mit der Innovation dieses Sandes.

Statt des bisher verwendeten Materials (jaja, Sand ist untertrieben ausgedrückt für Silizium) kommen jetzt verschiedene Formen des Kohlenstoffs in Frage, unter anderem die Diamanten. Die Gartner-Analysten verlautbaren offiziell, dass die Kohlenstoff-Chips wohl wirklich das Silikon bei künftigen Halbleitern ablösen werden.

An den Diamanten-Chips werde immerhin schon seit 15 Jahren gearbeitet. Analyst Dean Freeman erklärt in seinem Gartner-Report nach dem Motto »Diamonds are a geek’s best friend«, die thermische Leistung, der Frequenzbereich und mögliche Supraleitfähigkeit des Materials übertreffe Silizium bei weitem. Künstliche Diamanten seien vielleicht die erste Form der Kohlenstoff-Chips, die kommerzialisiert werden könnte.

Das klingt doch wieder wie Horoskop-Hokuspokus, aber mit 10 mal besserer Wärmeableitung als Silizium und der Tatsche, dass Forscher das Material schon in Schaltungen zwischen 40 und 15 Nanometern Dichte packen konnten, mag etwas dran sein an dem Orakelspruch.

Die nächste Form der Kohlenstoff-Chips sei übrigens zweidimensionales Carbon-3, auch Graphen genannt (Betonung auf dem e, bitte!). Wenn dieses Material bei der Wafer-Produktion verwendet würde, böte es 10 Mal bessere Elektronen-Beweglichkeit. Und das könnte den Silizium-Chips endgültig den Garaus machen, heißt es bei Gartner. µ

L’Inqs:
Inquirer UK über den Gartner-Halbleiter-Report
Gartner
Silizium: Moores Law endet bei 18nm

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