Dell vernichtet ein Drittel seiner deutschen Stellen

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In der Frankfurter Dell-Niederlassung gehen 175 Arbeitsplätze flöten. Die ausbleibenden Rechnerkäufe in der Wirtschaftskrise treffen Giganten wie Dell (und seine Mitarbeiter) eben besonders hart.

Dass Dell in seiner Frankfurter Niederlassung Tabula Rasa macht und ein Drittel der Jobs streicht, will der Webdienst Golem erfahren haben. Den Kollegen habe man eine entsprechende Betriebsratsvereinbarung zugespielt.

Dell bestätigte in indirekten Worten und erklärte, es werde auch am Standort Halle Kündigungen geben, aber dort bei weitem nicht so viele wie in Dells Deutschland-Hauptquartier.

Der Kelch, genauer gesagt Michael Dells Plan, das gebeutelte Unternehmen durch Arbeitsplatz-Abbau und Produktions-Outsourcing bis 2011 um anfangs 3 Milliarden Dollar Kosten (nun 4 Milliarden) zu erleichtern, geht an der deutschen Niederlassung nicht vorüber.

Im Sozialplan stehe, der PC-Produzent habe im europäischen Raum einen Umsatzrückgang im zweistelligen Bereich erleiden müssen, die betriebsbedingten Kündigungen seien also notwendig.

Der Umsatz im deutschen Geschäftskundenbereich sei ebenfalls signifikant zurückgegangen – Besserungsaussichten würden sich nicht in überschaubarem Zeitraum andeuten. Kein Wunder also, dass Dell in letzter Zeit fast jeden Tag eine Produktmeldung aus dem Server- oder Storage-Bereich aussendet – insbesondere Produkte, die Kosten senken, sollen wohl aus dem Umsatztief helfen. Schwierig ist nur, dass die Kostenspar-Server und -SANs erst einmal auch Geld kosten – in Zeiten mangelnden Cash-Flows in der gesamten Industrielandschaft können Unternehmen gar nicht in diese langfristigen Kosteneinsparungen investieren – kräht der Hahn also zu laut?

Dell-Sprecher Michael Rufer stand heute noch nicht für Kommentare zur Verfügung – nicht jeder steht so früh auf wie unsereins. Vielleicht musste er sich aber auch schon in Meetings zu einer PR-Strategie auf den kommenden Presse-Ansturm vorbereiten.

Keine Sorge, Herr Rufer: Da gleichzeitig die meisten Medien und Gewerkschaften noch mit der Arcandor-Pleite beschäftigt sind, wird Dell in der Öffentlichkeitsarbeit nicht ganz so bluten müssen. Die paar hundert Angestellten sind im Vergleich zu den Karstadt-Quelle-Hertie-Ereignissen nur Peanuts. Wir melden uns trotzdem, sobald wir eine zufriedenstellende Antwort auf unsere Fragen haben. µ

L’Inqs:
Dell
Golem

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