LCD- zu Notebook-Herstellern: »Nein, meinen Bildschirm kriegst du nicht!«

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Das gegenwärtige Henne- und Ei-Problem bei Stromspar-Notebooks mündet in einen Streit: Die LCD-Hersteller Taiwans verweigern sich den Wünschen von Herstellern ultrakleiner Stromspar-Klappcomputer.

Die LCD-Panels für die dünnen und stromsparenden CULV-Notebooks (Consumer Ultra Low Voltage) machen etwa 20 Prozent der Kosten eines solchen Geräts aus, schreiben die Experten für den taiwanischen Markt. Und sie kosten den Marktbeobachtern aus Taipei zufolge 5 bis 10 US-Dollar mehr als die üblichen Notebook-Displays.

Doch gerade die CULV-Rechner sollen für den Käufer billiger sein als die regulären Notebooks, und darum drücken die Hersteller massiv den Preis der kleinen Stromspar-Anzeigepanels. Die LCD-Macher auf der Insel, auf der die Elektronik eben nicht an den Bäumen wächst, wollen aber nicht draufzahlen – ihre Preise seien ohnehin schon billig, und die Stromspar-Panels sind nun mal teurer in der Herstellung. Die PC-Produzenten wiederum müssen billigere Rechner ausliefern – und ihre Gewinnmarge sinkt gegen Null.

Das Henne-Ei-Problem hat erst einmal zur Verstopfung geführt: das Ei will nicht mehr heraus kommen. Soll heißen: Die LCD-Produzenten halten ihre Auslieferungen zurück, weil einige PC-Hersteller die Preise so unverschämt drücken wollen. Verdauungshilfen für das Ei (wie kleine Weltwirtschaftskrisen) könnten aber zu Verstümmelungen des CULV-Babys führen.

Industriequellen schätzen, dass Anbieter wie Acer, Hewlett Packard, Lenovo und Dell schrittweise die traditionellen Notebooks durch die preiswerteren CULV-Geräte ersetzen werden – die verkaufen sich eben besser – und der Anteil der kleinen Stromsparer schon Ende 2009 bei 20 Prozent liegen wird. µ

L’Inq:
CULV-Notebook-Hersteller wollen LCD-Preis drücken – erfolglos

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