Internet-Instabilität im Iran: Zensur oder Telekom-Probleme?

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Als das Internet während der iranischen Präsidentschaftswahl zu großen Teilen ausfiel, rochen die Regime-Gegner schon neue Zensur-Bemühungen. So einfach ist es nicht: Die Netz-Infrastruktur des Landes hat Probleme.

Wer die Wahlergebnisse verändern will, tut dies mit und ohne Internet-Verbindung – das jedenfalls meint Telekommunikations-Anbieter Renesys, der den eingehenden und ausgehenden Internet-Traffic aus dem arabischen Land untersuchte. Demzufolge gab es schon länger vor und nach der Wahl Telekommunikationsprobleme, die noch anhalten.

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In Unternehmensblog schreibt Renesys, die Zensurvorwürfe in der Westpresse könnten durch die Telekommunikationsdaten nicht nachgewiesen werden – das System an sich ist fragil, aller Auslands-Traffic gehe über eine einzige Leitung, und das Netz dahinter sei nicht unbedingt so ausfallsicher wie unsere westlichen Pendants. Mahmoud Ahmadineschad würde zudem ohnehin intern zensieren, an den externen Datenströmen könne man dies sowieso nicht ablesen. Und richtig: das Internet-Routing brach im Iran am Samstag Nachmittag ganz zusammen – da war die Wahl längst vorbei.

Renesys meint, am Unterseekabel zum Iran könnte tatsächlich etwas defekt sein, was den Ansturm nicht meistern konnte. Denn einer der Gründe könnte sein, dass die ganze Welt versuchte, herauszufinden, was im Iran wirklich los ist – und somit selbst zum Zusammenbruch beitrug. Schuld sind also wir, und nicht die geistlichen Führer im ehemaligen Persien. µ

L’Inq:
Renesys-Blog

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