Niedrigere Roaming-Preise ab dem 1. Juli

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Der Ministerrat der EU hat die neuen Roaming-Vorschriften gestern verabschiedet. Sie treten zum 1. Juli in Kraft und sehen eine Absenkung der Gebühren für die Handy-Nutzung im Ausland vor.

Mit den neuen Vorschriften für das Roaming innerhalb der 27 EU-Mitgliedsstaaten werden die Mobilfunker verpflichtet, eine sekundengenaue Abrechnung für eingehende Anrufe im Ausland einzuführen und bei ausgehenden Anrufen nach den ersten 30 Sekunden mit der sekundengenauen Abrechnung zu beginnen. Die Preise (pro Minute und ohne Mehrwertsteuer) für im Ausland getätigte Telefonate sollen auf 43 Cent sinken, die Preise für angenommene Anrufe auf 19 Cent. In den nächsten Jahren ist dann eine weitere Absenkung vorgesehen: ab dem 1. Juli 2010 senkt man die Preise auf 39 beziehungsweise 15 Cent, ab dem 1. Juli 2011 auf 35 beziehungsweise 11 Cent.

Für Auslands-SMS dürfen die Mobilfunker ab dem 1. Juli nur noch 11 Cent (ohne Mehrwertsteuer) berechnen. Zudem will die EU das mobile Internet im Ausland billiger machen und begrenzt das Vorleistungsentgelt – also die Summe, die sich die Provider gegenseitig in Rechnung stellen – auf 1 Euro pro MByte (ohne Mehrwertsteuer). Welcher Preis beim Daten-Roaming am Ende für den Verbraucher herausspringt, bleibt erstmal abzuwarten. Preiswerter wird es aber auch hier in den folgenden Jahren, da die Preise auf Vorleistungsebene zum 1. Juli 2010 auf 80 Cent und zum 1. Juli 2011 auf 50 Cent pro MByte fallen sollen.

Um den Verbraucher vor unerwartet hohen Rechnungen zu schützen, wird es zudem die Option geben, die Verbindung unterbrechen zu lassen, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro (oder ein höherer vom Verbraucher gewünschter Betrag) erreicht ist. Um diese Option einzuführen, lässt die EU den Mobilfunkern allerdings bis März 2010 Zeit. (Daniel Dubsky)