Streik bei EDS Deutschland: Neue Befürchtungen

Allgemein

Seit heute morgen streiken die Mitarbeiter des IT-Dienstleisters EDS. »HaPe tut weh« skandieren die EDS-Angestellten.

Im Forum der EDS-Mitarbeiter (zu finden auf Securityloch.de) ging es vor dem ersten nennenswerten Streik in der IT-Branche hoch her. Das Unternehmen, das von Hewlett Packard gekauft wurde, soll über 800 Stellen kürzen – das wollen die ITler und die IG Metall nicht mitmachen.

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Der Streik soll den Geschäftsbetrieb nicht beeinträchtigen, erklären EDS und HP guter Dinge. Der weltweite IT-Konzern kann auf eine Menge Know-how in anderen Ländern zurückgreifen und so den Betrieb aufrecht erhalten. EDS kann also hoch pokern. Die Gewerkschafter bekommen das zu spüren und beklagen sich drüber, dass die Arbeitgeber »absolut gesprächsunwillig« seien.

Und so kommt es, dass selbst hochqualifizierte IT-Mitarbeiter, die jederzeit wieder einen neuen Job bekämen, sich für den Streik ausgesprochen hatten: 91,1 Prozent der Belegschaft stimmte für die Arbeitsniederlegung.

Das Bangen der Netzwerkprofis geht noch weiter: General Motors hat sich für die Insolvenz entschieden, und in einem Forenbeitrag heißt es nun: »Sicherlich ist EDS/HP auch einer der Gläubiger, der noch viele Dollars von GM bekommt. Werden wir dieses Geld dann in den Wind schreiben müssen? Wird dadurch wohl die nächste Runde im Personalabbau eingeläutet? Marc Hurd wird uns schon die Antwort geben«. Den HP-Chef Hurd hat bislang noch niemand dazu befragt.

Und wenn GM tatsächlich Schulden bei EDS und HP hat, wird Mark Hurd sicher ganz andere Probleme haben als auf Anfragen der EDS-Mitarbeiter zu antworten. Während des Insolvenzprozeses eines Gläubigers ist es absolut unklug, sich öffentlich zu äußern – vielleicht bleibt sonst gar nichts mehr hängen. µ

L’Inqs:
»Geschäftsbetrieb nicht durch Streik beeinträchtigt«
IG Metall: HP und EDS gesprächsunwillig
EDS-Mitarbeiterforum

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