Konkurrenz für das iPhone
Palm Pre im Test

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Der Palm Pre soll den angeschlagenen Smartphone-Hersteller Palm aus der Krise bringen. Ausgerechnet gegen das erfolgreiche iPhone tritt das neue Gerät an, vermag dabei aber durchaus zu überzeugen, wie der Test zeigt. Vor allem das neue Betriebssystem Web OS und der Touchscreen gefallen.

Software Top, Hardware Flop

In den USA kommt der Palm Pre am Samstag auf den Markt, doch unsere Kollegen von Gizmodo hatten das Gerät bereits eine Woche lang in der Hand und konnten es einem ausführlichen Test unterziehen. Vor allem der Touchscreen begeisterte, der zwar etwas kleiner ist als beim iPhone und den Android-Handys, dafür aber ein besseres Bild liefert und genauer arbeitet. Ein praktischer Welleneffekt gibt dem Nutzer Feedback, wenn er auf den Screen drückt.

Wer will, kann zum Tippen von Texten auch eine Tastatur nutzen, die sich hinter dem Display verbirgt. Doch die Tasten sind arg klein und geben kein gutes Feedback, ob man sie denn nun getroffen hat oder nicht. Zudem ist die untere Kante des Pre extrem scharf – hier drohen Verletzungen! Zwar empfiehlt Palm, das Gerät mit dem Daumen auf dem Display zu öffnen, doch da es sich um einen Touchscreen handelt, ist das nicht ideal.

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Für den Pre hat Palm eigens ein neues Betriebssystem entwickelt, das man als sehr gelungen und stimmig bezeichnen kann. Leider gibt es auf dem Startbildschirm nur fünf Schnellstart-Buttons, wodurch sehr viel Platz ungenutzt bleibt. Die meisten Anwendungen muss man daher über den Launcher öffnen – das braucht teilweise recht viele Klicks, zudem sind die Icons nicht beschriftet. Um zwischen geöffneten Anwendungen hin- und herzuwechseln, genügt eine Berührung in der Mitte des Displays, was auch eine Vorschau ähnlich wie beim Wechsel zwischen Programmen unter Windows und Mac OS hervorbringt. Sind zu viele Anwendungen offen, wird der Pre spürbar langsamer, sogar die Musikwiedergabe gerät ins Stocken.

Ansonsten spielt das Gerät Musik und Videos aber zuverlässig ab, der Videoplayer unterstützt sogar mehr Formate als das iPhone – als da wären: MPEG4, H.263, H.264, MP4, M4V, 3GP, 3GPP, 3G2 und 3GP2. Die Synchronisation zwischen Pre und Rechner übernimmt iTunes, was aber nicht immer ganz perfekt klappt. Auch Kontakte von Google und Facebook kann das Handy synchronisieren, im Test schlug lediglich der Abgleich mit dem Adressbuch von Mac OS fehl.

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Anwendungen für den Pre gibt es noch nicht allzu viele, da Palm nur wenige Programmierer zulässt – hier sind Nutzer des iPhones klar im Vorteil. Einige Anwendungen sind allerdings schon an Bord, darunter die obligatorischen Google Maps, Browser auf Webkit-Basis, Mail-Client und Kalender sowie eine Foto-Anwendung und Viewer für Word-Dateien und PDFs.

Im Test hält der Akku des Pre meist einen Tag durch, wobei das Handy natürlich in dieser Zeit sehr stark genutzt wurde. Lief AIM durch und waren es besonders viele Tests, machte der Akku aber schon früher schlapp. Auch von der Kamera darf man keine Wunderdinge erwarten – der Lichtsensor ist zu schwach. Bei Sonnenlicht sind die Bilder in Ordnung, in dunkleren Umgebungen dagegen ziemlich grau.


Fazit

Web OS überzeugt fast komplett, die Software ist intelligent und durchdacht. Die Hardware des Pre bietet dagegen nichts Ausgefallenes und erfüllt nur die Grundanforderungen. Auf leistungsfähigerer Hardware könnte Web OS richtig groß rauskommen – vielleicht findet Palm ja jemanden, der die Hardware für künftige Handys designt.

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Palm Pre
Hersteller: Palm
Webseite: www.palm.com
Preis: steht noch nicht fest

Technische Daten
Größe: 59,57 x 100,53 x 16,95 Millimeter (B x H x T)
Gewicht: 135 Gramm
Betriebssystem: Web OS
Datenfunk: EVDO Rev. A oder UMTS/HSDPA

Display
Bildschirmart: Touchscreen mit Multitouch
Größe: 3,1 Zoll
Auflösung: 320 x 480 Bildpunkte

Ausstattung
Speicher: 8 GByte (etwa 7,4 GByte frei)
USB-Anschluss: MicroUSB
WLAN: 802.11b/g
Bluetooth: 2.0 EDR
GPS: ja
Kamera: 3 Megapixel, LED-Blitz

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Den vollständigen Testbericht finden Sie bei Gizmodo.