Servermarkt bricht dramatisch ein

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Die Serverhersteller leiden massiv unter der Wirtschaftskrise. Im ersten Quartal 2009 ist der Absatz laut IDC gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um knapp 30 Prozent zurückgegangen.

Keine guten Nachrichten für Server-Hersteller. Das Marktforschungsunternehmen IDC stellt für den Servermarkt im Raum EMEA den größten Absatzeinbruch seit »Beginn der Aufzeichnungen« 1996 fest. In Zahlen: Im ersten Quartal 2009 sank der Absatz von Servern gegenüber dem Vorjahresquartal um 29,6 Prozent, der Umsatz sank um 34,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar.

Highend-Server verlieren besonders stark
Am steilsten bergab ging es mit Highend-Servern, die einen Einbruch um 40,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichneten. Relativ glimpflich kamen die Maschinen aus dem Midrange-Bereich davon, deren Absatz im gleichen Zeitraum »nur« um 27,8 Prozent nachgab.

Bemerkenswert sind die drastischen Absatzeinbrüche in Zentral- und Osteuropa. Hier gingen die Verkäufe um 43,7 Prozent zurück. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil diese Märkte in den vergangenen Jahren schneller als die in Westeuropa gewachsen waren, die als weitgehend gesättigt gelten.

HP hat den größten Marktanteil
Den größten Marktanteil auf dem Servermarkt in EMEA hat derzeit HP mit einem Anteil von 36,9 Prozent am Gesamtumsatz. Dazu haben vor allem die Proliant-Server mit 68 Prozent beigetragen.

Den zweiten Platz nimmt IBM mit 28,9 Prozent ein. Hier laufen vor allem die RISC-basierten Power-Systeme gut.

Dahinter folgen Sun Microsystems mit 12,0, Dell mit 8,9 und und schließlich Fujitsu Siemens mit 6,8 Prozent Anteil am Gesamtumsatz im ersten Quartal 2009.

Virtualisierung treibt den Server-Markt der Zukunft
IDC-Manager Nathaniel Martinez (program director for European Systems and Infrastructure solutions) erklärt den Absatzrückgang mit dem naheliegenden Hinweis auf die aktuelle Wirtschaftskrise. »Die Ausgabenkürzungen bei Servern sind eine kurzfristige Antwort auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auf lange Sicht müsssen Organisationen ihre Investitionen in die IT-Infrastruktur aber wieder aufnehmen. Nur so können sie ihre Kostenstrukturen optimieren und effizienter arbeiten, indem sie Techniken wie Virtualisierung, Automatisierung und Stromspar-Features einsetzen.«

Vor allem die Virtualisierung wird laut IDC in Zukunft den Antrieb für den Kauf neuer Server bilden.
(Mehmet Toprak)

Weblinks
IDC