Time Warner will AOL loswerden

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Lange war über eine Trennung von Time Warner und AOL spekuliert worden, nun ist es offiziell: die im Dotcom-Hype fusionierten Firmen gehen bald wieder eigene Wege.

Wie der Medienriese Time Warner mitteilt, soll AOL vom Unternehmen abgetrennt werden. Dies sei das Beste für beide, erklärte Firmenchef Jeff Bewkes. Time Warner könne sich besser auf das Geschäft mit Medieninhalten konzentrieren, während AOL allein bessere Chancen im Internet habe – die Trennung mache beideflexibler.

Time Warner hält zurzeit 95 Prozent der AOL-Anteile, Google die restlichen fünf Prozent. Die will man im dritten Quartal 2009 übernehmen, um den Internet-Anbieter dann in die Unabhängigkeit zu entlassen.

Time Warner und AOL fusionierten 2001 im Zuge des Dotcom-Hypes zu AOL Time Warner, doch vor allem die wegbrechenden Abonnentenzahlen bei AOL machten dem Mediengiganten zu schaffen. Schließlich strich man das AOL wieder aus dem Firmennamen, und auch wenn AOL den Wandelvom Zugangsanbieter zum Portalbetreiber schaffte, so kriselte es doch weiter und die Trennungsgerüchte mehrten sich.

AOL-Chef Tim Armstrong bezeichnete die anstehende Trennung nun als große Chance, habe man doch als eigenständiges Unternehmen mehr Optionen und könne das Kerngeschäft stärken sowie neue Services entwickeln. (Daniel Dubsky)