Daten fliegen Amazon zu: Cloud Computing über den Wolken

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Amazons Cloud ist unfassbar groß – nur der Weg dahin nicht. Weil die Bandbreite oft nicht zur Sicherung großer Datenmengen reicht, kann man sie jetzt per Flugzeug auf Festplatten senden.

Amazon bietet Cloud Computing im Sinne des Wortes: Über den Wolken fliegen die Festplatten zum Onlinedienst. Soll heißen: In Amazons Cloud passen theorerisch Tera- und Petabytes von Daten – aber wer diese Datenmengen sichern will, muss warten, denn über das Internet dauert das noch viel länger als über das eigene Netzwerk. Selbst über eine T1-Verbindung wartet man auf den Upload eines ganzen Terabytes gute 80 Tage.

Und so kamen die Cloud-Betreiber auf die Idee, das Thema im Sinne des Wortes zu nehmen und den Kunden anzubieten, die Daten per Post zu senden. Per Luftpost mit Boeing oder Airbus gewinnt das Wort Cloud Computing dabei völlig neue Bedeutung.

Im Amazon Web Services blog kündigte das Onlineversandhaus mit angeschlossenen Datendiensten einen Service an, ein per Post gesendetes Speichermedium anzunehmen und die Daten darauf hochzuladen. Der Dienst heißt »AWS Import/Export«.

Amazons Cloud-Beauftragter Jeff Barr schreibt, dass die Kunden im Terabyte- und Petabyte-Level verständlicherweise oft fragen, wie man das langsame Internet umgehen kann und ob man die Disks einfach per Post schicken könne. Gute Nachricht: Das kann man jetzt. Die schlechte: Herunterladen geht noch nicht.

Derzeit ist dieser Dienst noch eine beschränkte Beta-Aktion, Amazon nimmt von den Teilnehmern Platten mit USB 2.0 oder eSATA -Anschluss, formatiert in FAT32, ext2, ext3, oder NTFS an. Amazons Cloud ist gerüstet für Laufwerke, die in gängige Server-Racks passen, laut Barr kann man sogar ganze SANs einschicken. Auf vorherige Anfrage natürlich.

Amazon wird aber weder unlesbare Dateien hochladen noch solche die größer als 5 GByte sind – aber über die Files, die nicht hochgeladen werden konnten, erhält der Kunde zumindest ein Logfile, verspricht Barr. Das Laufwerk werde am Ende kostenfrei zurückgeschickt.

Man kann auch verschlüsselte Daten senden, nicht aber verschlüsselte Dateisysteme. Das Personal, das mit den Daten beschäftigt ist, durchlaufe Sicherheits-Checks, die Daten seien also sicher.

Wer sich für die Teilnahme am Betatest anmelden will, tut das hier. http://aws.amazon.com/importexport/

Der Wermutstropfen: Der Dienst ist vorerst nur in den USA verfügbar. Doch Amazon plantangeblich, damit nach Europa zu expandieren. Preise für den endgültigen Dienst wurden noch nicht bekanntgegeben – es ist aber zu erwarten, dass Amazon alteingesessenen Datenzentren wie denen von DATEV und IBM gehörig Konkurrenz machen wird und den derzeit noch halbwegs profitablen Storage-Markt vielleicht ein wenig durcheinanderwirbeln kann. (Manfred Kohlen)

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